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 1. Kapitel: Ruhe in Fetzen

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 Geschichtenerzähler

Spielleiter
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BeitragThema: 1. Kapitel: Ruhe in Fetzen   Mo Jun 25, 2012 9:34 am

"Wer wir sind? Eine Gruppe von Streunern, Hunde und Katzen. Von den Menschen gedehmütigt und verabscheut. Unser Leben ist mehr als nur hart, es ist ein Albtraum. Dennoch ist es die Realtität. Es gibt kaum sichere Orte mehr für uns. Nur einen, unser Lager. Ein alter Bunker, von den Menschen vergessen, gut versteckt hinter der Schrotthalde. Ein Bunker aus dem 2. Weltkrieg. Die Eingänge sind zum größten Teil zugeschüttet und viele Räume gesprengt. Doch es gibt Schächte, gerade groß genug für uns Tiere und vor allen anderen Augen gut geschützt. Dort unten leben wir, unter der Erde. Sobald es Tag wird müssen wir uns hier her verziehen...
***

Bisher war unser Leben stets eintönig gewesen. Jeden Tag spielte sich das gleiche ab. Es gab nichts neues für uns unter dem Himmelszelt. Doch vor drei Tagen änderte sich das. Eine Leiche wurde entdeckt. Doch es war kein normaler Tod, sondern Mord. An die Gleisen gefesselt, wie in alten Stummfilmen. Der Lockführer bemerkte sie zu spät. Doch noch etwas war merkwürdig. Neben der Leiche lag jemand aus unseren Reihen. Ebenfalls gefesselt auf die grausamste Art und Weise. Er starb mit einen verhassten Feind an der Seite. Was ist passiert? Wer hat dies vollbracht? Wir Hunde und Katzen gehen Menschen aus dem Weg. Auch der ermordete hatte keinerlei Beziehungen zu den Menschen. Und heute dasselbe noch einmal. Diesmal wurden die zwei Toten in einen Betongmischer gefunden, dass sie gefesselt waren konnte man nur erahnen. Doch diesmal war es eine Katze. Entdeckt wurden sie von einen Angestellten, der sich, nachdem er die Maschiene angeschalten hatte, über die seltsamen Geräusche wunderte. Wird es noch mehr Morde geben? Ist ein Serienmörder unterwegs? "

Wir spielen hier entweder einen Hund oder eine Katze. Zu Anfangs sind alle neue Streuner, die erst auf die Gruppe stoßen. Nur die ersten fünf dürfen fester Bestandteil der Gruppe sein!
Die Gruppe befindet sich in einen alten Bunker unweit eines SChrottplatzes am Rande einer kleinen Stadt. Die "Tierschützer" sind den Hunden und Katzen stets auf der Spur und es ist äußerst gefährlich, tagsüber dort herum zu streunen. Alleine findet man den Bunker nicht, außer man ist besonders tollpathschig; ansonsten kann man nur hingebracht werden.
Die meisten Streuner, die hier leben, hassen die Menschen oder trauen ihnen nicht mehr. Das sollte von Hund zu Hund unterschiedlich sein.
Eine feste Rangfolge gibt es nicht. Nightmare ist schon am längsten hier draußen und besitzt auch das meiste Wissen. Irgendwie ist sie doch das Alpha hier, wenn auch nicht offiziell.
Ein offizielles Alpha wird erst nachher ausgewählt.
Und jetzt: ran ans posten! Wink


Der Bunker:
 
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 Nightmare

A Shadow in the Night
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BeitragThema: Re: 1. Kapitel: Ruhe in Fetzen   Sa Jul 07, 2012 8:08 am

Ohne jeglichem Interesse an ihren Umfelt schlich Nightmare durch die dunklen Gassen der Stadt. Irgendwo hoch über ihrem schwarzen Kopf funkelten ein paar Sterne am Himmel, doch sie wirkten ziemlich verlohren inmitten der dunklen Massen von den sich auftürmenden Wolken. Die Hündin würdigte die Lichter am Himmelszelt keines Blickes. Immer darauf bedacht, im Schatten zu bleiben, zog sie ihre Wege. Ihre Augen wanderten unruhig hin und her, so, als suchten sie etwas, wobei sie schon die Hoffnung verlohren hatten, es zu finden. Und dem war auch so. Erneut meldete sich Nightmares Magen lautstark zu Wort. Enttäuschung machte sich in ihr breit. Schon wieder war eine nacht ohne Narung vergangen, schon wieder eine Nacht, in der sie hungrig bleiben musste. Ein schwerer Seufzer glitt über ihre Lippen. Die Menschen arbeiteten seit kurzem viel gründlicher, ließen weniger Essen auf den Straßen liegen und erschwerten somit den Straßenhunden die Überlebenschancen. Wie ein Schatten huschte sie weiter. Eine innere Uhr trieb sie zur Eile an. Sie hatte noch circa eine halbe Stunde Zeit, bis der Morgen graute. Nur noch eine halbe Stunde!
An einer Kreuzung blieb Nightmare atemlos stehen. Nur noch schwer konnte sie die Augen offen halten. Die vergangenen Stunden waren hart gewesen, gefüllt von einer rasanten Flucht vor den Tierfängern. Tierfängern, pha! Die müssen schon stärkeres Geschütz ausfahren, um mich zu kriegen!, spottete sie in Gedanken. Doch war sie nach der langen Jagd mehr als nur chao gewesen. Stundenlanges herum rennen ist nichts für eine ausgehungerte Hündin, die eigentlich schon am Ende ihrer Kräfte war. Der Hunger trieb sie an, weiter zu laufen, nicht zu verweilen. Nachdem sie sich eine Weile ausgeruht hatte, setzte sie ihren Weg fort. Jeder Schritt tat weh und ihr wunden Pfoten brannten. Sie freute sich schon sehnlich auf den geschützten Bunker am Rande der Stadt, wo die anderen Streuner, sowohl Hunde als auch Katzen, zusammen trafen.
Langsam wurde es heller. Besorgt warf Nightmare einen Blick zum Horizont. Noch vor Sonnenaufgang musste sie zurück sein, sonst wurde es in der Stadt zu gefährlich. Nach zehn Minuten gab sie die Suche schweren Herzens auf. Der Gedanke, dass die anderen vielleicht mehr Glück hatten, tröstete sie nicht wirklich. Sie hasste es, bei anderen um etwas zu Fressen zu betteln, auch weil diese selber meistens kaum genug für sich selber hatten.
Wie ein dürrer Schatten huschte sie den Weg zurück. An jeder Kreuzung sah sie sich erstmal ein paar Atemzüge lang prüfend um, bevor sie es wagte, die Straße zu überqueren. Zu viel hatte sie miterleben müssen, zu viele Verfolgungen hatte sie schon hinter sich.
Als die ersten Sonnenstrahlen den Himmel berührten, lies sie gerade den letzten Briefkasten hinter sich und betrat nun eine weite Strecke. Viele Felder tauchten vor ihren Augen auf. Irgendwo in der Ferne bahnte sich ein breiter Fluss seinen Weg durch das Land. Es war ein schöner Morgen. Der Nebel hing noch über den Wiesen und die Luft war klar und frisch. Es war einer dieser Morgen, bei den jeder Mensch fröhlich ans Fenster treten würde und wissen würde, dass dies ein besonderer Tag ist. Doch der schöne Ausblick wurde durch den riesigen Schrotthaufen einen halben Kilometer von der Stadt entfernt, getrübt. Drohend erhob er sich aus dem Felde und war ganz und gar nicht ansehlich. Doch Nightmare störte dies nicht. Ihr war es auch egal, ob es ein schöner Morgen war oder nicht. Jetzt zählte nur noch zurück in den Bunker zu kommen. Mit raschen Schritten lief sie über die Felder, an den Schrottplatz vorbei und auf das kleine, dichte Wäldchen zu, welches sich hinter dem Hügel voll Müll breit gemacht hatte. Kurz machte sie halt und betrachtete ein paar Atemzüge lang den SChrottplatz, der früher ihr Zuhause dargestellt hatte. Bis sie mehr durch Zufall auf den Bunker gestoßen waren. Obwohl Bunker nicht der richtige Name dafür war. Es war mehr ein Raum, unter der Erde. Nicht sonderlich gemütlich, aber geschützt vor Wind, Wetter und den Menschen. Und er bot genug Platz für die Hunde und die Katzen, die sich dort breit gemacht hatten. Nach ein paar Atemzügen lief sie weiter und schlüpfte in den gut versteckten Eingang. Es dauerte eine Weile, bis sie sich an das Dämmerlich gewöhnt hatte, welches hier unten herrschte. Kaum Hunde waren schon da, oder noch. Die Katzen interessierten sie herzlich wenig. Müde lies sie sich in einer Ecke zu Boden gleiten und fuhr gedankenverlohren mit ihrer Zunge über ihre Wunden Pfoten.
[streunt hungrig durch die Stadt / macht sich ihre Gedanken über Tierschützer / sucht Futter / flieht vor dem Tageslicht / kommt zum Schrottplatz / geht zum Bunker / legt sich hin]

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Ich habe so eine Sehnsucht zu sterben, denn es wäre kein Verderben. Kaum einer würd mich vermissen, ich fühle mich so innerlich zerrissen. Hass und Liebe sich umarmen, es hat keinerlei Erbarmen.
Ich hasse meine Suizidgedanken,
die ich habe Erlebten zu verdanken.
Ich will nicht mehr sein am Leben,
denn es ist nicht zum Erstreben.
Ich wünschte ich könnte ganz tief schneiden,
dann würd ich nicht mehr leiden.

Gedicht aus Stille Tränen
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 Nahia


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BeitragThema: Re: 1. Kapitel: Ruhe in Fetzen   So Jul 22, 2012 7:09 am

Ich hob meinen Kopf, als eine schwarze Gestalt sich in den Bunker schob. Mit einem knappen Nicken grüßte ich Nightmare, dann wand ich mich wieder den Essensresten zu, die ich mir besorgt hatte. Ich hatte einen Mülltonne geplündert, der vor einem Menschenhaus gestanden hatte. Der Zweibeiner hätte mich fast erwischt, als er, alamiert durch das scheppern, als die Tonne umgefallen war, rauskam und seinen Hund auf mich hetze. Ein Rüde, wie ich erfreut feststellen konnte. Auch bei ihm zeigte sich die altbekannte Wirkung. Er lies mich mit dem halben Huhn fliehen, verfolgte mich nur halbherzig, damit sein Heerchen ihn nicht beschludigte.
Das Fleisch war köstlich, ich verstand die Menschen nicht. Dieses Huhn war noch vollkommen genießbar, trotzdem hatte er es einfach wegeworfen. Naja, war ja auch gut für mich und die anderen Straßenhunde und - katzen. Mein Blick wanderte erneut zu Naightmare. Sie hatte anscheiend nichts gefunden, was bedeutete, sie würde den Rest des Tages Hungern müssen. Kurz war ich überlegt, ihr etwas abzugeben, doch entschied mich dagegen. Würde sie mich fragen, würde sie vielleicht, nur vielleicht, etwas bekommen, aber sie hatte ja nicht gefragt. Ich riss mir einen Knochen heraus und begann, darauf herumzukauen. Ein wohliger Seufzer, leise, aber für jemanden in meiner Nähe dennoch hörbar, entfuhr mit, als ich auf das leckere Innere des Knochen stieß, Knochenmark. Ich kaute weiter, der Knochen splitterte hörbar ziwschen meinen starken Kiefren. Nur weil ich weiblich war, musste ich ja nicht unbedingt schwach sein.

[grüßt Nightmare - frisst - überlegt Nightmare etwas abzugeben, entscheidet sich jedoch dagegen]

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And I'm so sick of lovesongs,
so tired of tears.
So done with wishing
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Zuletzt von Nahia am So Jul 22, 2012 8:54 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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 Teek

Gefangener Rächer
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BeitragThema: Re: 1. Kapitel: Ruhe in Fetzen   So Jul 22, 2012 7:22 am

Die unregelmäßig fallenden Regentropfen zeichneten dunkle Streifen in das Fell des Rüden, der etwas abseits vom Eingang zum Bunker am Rand des Feldes lag. Er hatte sich fest zusammengerollt, den Schwanz über die Pfoten gelegt. Den Blick hatte er fest auf die verblassenden Sterne am Himmel gerichtet, der sich allmählich aufhellte. In tiefen Zügen atmete er die frische Luft ein und wieder aus. Er lauschte auf die Stille der Felder, die nur unterbrochen war durch das Rascheln der Mäuse und kleinen Tiere in den Ähren und das leise Zirpen der Grillen. Es war ein wunderschöner Morgen, zwar verregnet und etwas neblig, aber der Regen war nur ein leichtes Nieseln, dass wie ein Schleier über dem staubigen Feldweg hing. Normalerweise wäre Teek jetzt losgezogen, auf Mäusejagd, und wäre erst gegen späten Mittag zurückgekommen. Aber im Moment hatte er andere Sorgen.

Er senkte den Kopf und wühlte mit der Nase in seinem Fell, bis er einen vertrauten Geruch darin entdeckte. Kyle... Sein Freund fehlte ihm doch, irgendwie. Teek hatte sich immer eingebildet, er könnte ohne Kyle leben. Und das stimmte ja auch. Hier war er, er lebte und es ging ihm gut, er war diese Nervensäge endlich losgeworden. Was denke ich überhaupt noch an ihn? Er ist mir gefolgt, nicht ich ihm. Ich binde mich an niemanden. Aber an Kyle hatte er sich doch gebunden, er vermisste ihn beinahe schmerzlich. Nun war er ganz allein. Er hatte niemanden, mit dem man reden konnte. Kyle, Kyle, wo blieb dieser dumme Doberman nur? Er fehlte Teek, doch. Der Schäferhundmischling vermisste den Atem seines Freundes, der über sein Fell strich, und er vermisste das Gefühl des glatten, sehr kurzen, glänzenden Fells, das sachte seine Flanke streifte, wenn Kyle vorbeiging. Und er vermisste die Wärme seines Freundes, der sich immer neben ihm eingerollt hatte. Das letzte, was er von Kyle gesehen hatte, waren seine bernsteinfarbenen Augen gewesen, wahre Hundeaugen, die ihm nachblickten. Mit einem tiefen Seufzer ließ er den Kopf auf seinen Schwanz sinken, der über seinen Pfoten lag. Der Regen prasselte immer noch stetig vom Himmel hinab und durchnässte ihn, aber es machte ihm nichts aus. Nichts davon drang durch sein dickes Fell bis auf die Haut durch.

In der Ferne tauchte eine schmächtige schwarze Gestalt auf. Sofort versteifte sich Teek, aufmerksam reckte er die Nase in den Wind. Es war nicht windig, aber da hier an diesem geradezu nackten, leeren Ort nichts anderes existierte als die wogenden Kornähren, um den Geruch des Ankömmlings aufzuhalten, erkannte Teeks Nase schnell den Geruch, der unter „Harmlose Nervensägen“ gespeichert war: Diese dürre schwarze Hündin, die mit den anderen Hunden im Bunker lebte. Er selbst ging dort kaum hinein. Die anderen Hunde mochten es wohl, miteinander und mit Katzen zusammen zu sein, aber Teek interessierte das nicht. Die einzige Gesellschaft, die er sich wünschte, war Kyle, und der war wer weiß wo. Er kam nur in den Bunker, wenn er doch neugierig wurde, oder wenn draußen wirklich schlechtes Wetter war, beispielsweise wenn es blitzte. Die Luft dort drin war schwer von dem Gestank nach Katzen und anderen Hunden, und wenn Teek gezwungen war, dort drin zu sein, fühlte er sich beobachtet von allen, und gefangen in diesem kleinen Raum. Die schlechte Luft reizte ihn noch zusätzlich. Er wollte niemandem Ärger machen, am wenigsten sich selbst, also blieb er lieber weg.
Die Hündin schien kein Glück beim Futtersuchen gehabt zu haben, denn sie machte einen unzufriedenen Eindruck und hatte nichts im Maul. Als sie vorbeiging, ließ Teek ein warnendes Grollen hören, ohne sie anzusehen. Er starrte an ihr vorbei auf die staubige Schotterstraße. Das sollte kein Zeichen von Aggression sein, sondern ein einfaches: Du interessierst mich nicht, bleib weg. Die Hündin schien zu verstehen, oder vielleicht fühlte sie genauso, denn sie trabte wortlos an dem Rüden vorbei, ignorierte ihn völlig und verschwand im niedrigen Eingang zum Bunker. Teek sah ihr kurz nach und schnupperte. Jetzt war er wieder allein mit dem Regen. Die Hündin galt bei vielen als Anführerin, wurde geachtet, aber ihm kam sie reichlich gleichgültig vor und so, als wollte sie nichts von niemandem. Sie war uninteressant. Wie die anderen auch. Er verstand solche Leute einfach nicht. Was reizte sie daran, mit Katzen zusammen zu sein?

Na ja, es war nicht seine Aufgabe, über irgendwen zu urteilen. Er war selbsternannter Wachtposten. Das war praktisch, so konnte er etwas für die Anderen tun, die sich offenbar als eine Art Rudel sahen, und gleichzeitig musste er nicht in diesen engen, stickigen Raum hinein. Das war nichts für ihn. Teek setzte sich auf, seine Glieder waren steif von der kalten, harten Erde, auf der er gelegen hatte. Gemächlich streckte er sich, um sich dann wieder zu setzen. Er fühlte keine Langeweile. Starr starrte er geradeaus, auf den tristen Schuttplatz und die Häuser der Stadt, die dahinter auftauchten, winzig klein am Horizont wie Pünktchen.

[alleine vor dem Bunker | liegt und denkt | knurrt Nightmare an | denkt | wieder allein]

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 Nightmare

A Shadow in the Night
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BeitragThema: Re: 1. Kapitel: Ruhe in Fetzen   Sa Jul 28, 2012 4:13 am

Das Krachen der zerspitternden Knochen drang wie von weit entfernt an Nightmares Ohr. Unbewusst hob sie ihren schmalen Kopf und starrte kurz auf das Fleisch in Nahias Pfoten. Der Geruch nach dem zarten, deliciösen Hühnerfleisch erzeugte, dass ihr das Wasser im Mund zusammen floss. Wenn man genau hinsah, konnte man den beinahe flehenden Blick erkennen, der doch von etwas gestört wurde. Im nächsten Augenblick hatte Nightmare sich schon wieder gefasst und verdrängte trotzig den Wunsch nach etwas Fressbarem. Sie würde Nahia nichts weg fressen, und auch den anderen nichts. Jeder brauchte das, was er zwischen die Zähne bekommen konnte, für sich selber. Es gab nicht viel und es würde auch nicht viel geben. Nicht für die Straßenhunde.
Draußen vor der Tür wachte bestimmt wieder Teek. Teek, der Neue. Er war bis jetzt kaum hier drin gewesen, und Nightmare nahm es ihm auch nicht übel. Sie selber war auch kein Fan von diesem Bunker, aber er war halt der sicherste Ort hier. Wenn sie sich recht erinnerte, war weiter hinten sogar ein Panzer verstaut. Doch dieser Teil war Revier der Katzen. Er ging sie und die Hunde nichts an.
Ein kaum hörbarer Seufzer verließ die schwarze Schnauze. Dann erhob sie sich und trat an den Ausgang. Hier war der hellste Ort. Das Tageslicht durchschnitt die drückende Dämmerung und Nightmares Stimmung hob sich ein wenig. "Was gibts für Neuigkeiten?", fragte sie in den Raum und wante den Kopf. Es war wichtig, ja, beinahe Lebenswichtig für sie und die anderen Hunde, immer informiert zu sein. Dann war man immer besser gerüstet als wenn man nichts wusste...
Plötzlich stürmte ein großer, brauner Schäferhund in den Raum. Nightmare sah erstaunt auf. "Was ist, Georg?" Ihre Stimme war leicht besorgt. Es kam nicht oft vor, dass George rannte. Er war schon alt und eigentlich die Ruhe in Person. "Es ist etwas schreckliches passiert!", japste er außer Atem und starrte die schwarze Hündin aufgelöst an, "Er ist tot, Nightmare! Er wurde ermordet. Ich hab es mit eigenen Augen gesehen. Er, und ein Mensch! Sie wurden ermordet, Nightmare. ERMORDET!" Ein Schauer ging über Nightmares Rücken. "Wer, George, von wem sprichst du?" "Blizzard, und ein anderer Mensch. Sie wurden zusammen an die Schienen gefesselt. Wie in den Stummfilmen. Ich hab sie gesehen, beide. Der Zug..." Doch Nightmare hörte schon gar nicht mehr zu . Blizzard. Die Welt um sie herum schien sich zu drehen. Erschüttert trat sie ein paar Schritte zurück und lies sich zu Boden sinken. Blizzard, der einzige Hund, mit dem sie sich halbwegs verstand. Er hatte sie schon vor mancherlei Gefahr gerettet. Und nun war er tot. Ermordet. Warum ermordete man Hunde? Das Menschen sich gegenseitig umbrachten war ja schon verrückt genug, aber dass sie nun auch noch Hunde mit ihnen töteten war mehr als nur krank...

[beobachtet Nahia | macht sich so ihre Gedanken | tretet näher an den Eingang | fragt etwas | wird von Schäfwrhund George umgerannt (NPC) | dieser berichtet, dass ein Hund aus ihren Reihen ermordet wurde | sinkt zurück und fragt sich, warum er ermordet wurde]

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Ich habe so eine Sehnsucht zu sterben, denn es wäre kein Verderben. Kaum einer würd mich vermissen, ich fühle mich so innerlich zerrissen. Hass und Liebe sich umarmen, es hat keinerlei Erbarmen.
Ich hasse meine Suizidgedanken,
die ich habe Erlebten zu verdanken.
Ich will nicht mehr sein am Leben,
denn es ist nicht zum Erstreben.
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 Teek

Gefangener Rächer
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BeitragThema: Re: 1. Kapitel: Ruhe in Fetzen   Sa Aug 11, 2012 4:18 am

[justify]Teeks Nase nahm den Angstgeruch auf, noch bevor der alte Schäferhund am Horizont auftauchte. Sofort sprang Teek auf, die Muskeln angespannt, bereit, Alarm zu schlagen, sich zu stellen und zu kämpfen. Er war ein Eigenbrötler, ja. Und die anderen interessierten ihn nicht. Aber auch wenn er sich ursprünglich nur hier draußen hingelegt hatte, um sie los zu sein und in Ruhe nachdenken zu können, hatte er ein gewisses Pflichtgefühl, eine Verantwortung...und wenn er eine mögliche Gefahr wahrnahm, musste er sie warnen, statt einfach abzuhauen. Aber es war nur einer der Ihren, dieser dusselige alte Schäferhund, dessen Namen Teek vergessen hatte und der sich sonst für nichts interessierte. Alles an ihm drückte Panik aus: Wie er rannte, als ginge es um sein Leben, die Augen aufgerissen, Schaum vor dem Maul, den Schwanz eingekniffen, das Fell gesträubt. Allein der Würde wegen würde Teek sich selbst während der Flucht bemühen, keinen solchen Eindruck zu machen.

Als der Alte japsend im Eingang zum Bunker verschwand, wartete Teek noch kurz, aufrecht stehend, und blickte in die Richtung, aus der er gekommen war. So aufgelöst, wie der Alte gewesen war, musste irgendetwas Tödliches hinter ihm her sein. Aber nein, nichts, und die Gerüche, die Tee aus der Richtung wahrnahm, als er schnüffelnd die Nase in die Luft hielt, waren die Üblichen: Autoabgase, feuchter Humus und verwesende Essensreste von der nahen Müllkippe. Also war vorerst niemand in Lebensgefahr. Dann sah er sich um und folgte dem Alten durch den engen Tunnel in den Bunker hinein. Äußerlich wirkte er gelassen und selbstbewusst, die Rute auf Halbmast und die Ohren leicht gespitzt. Aber wäre Kyle jetzt hier gewesen – Kyle, wo bist du nur? – dann hätte er bemerkt, dass sein Freund vor Neugier brannte, die er sich nicht anmerken lassen wollte. Schließlich kam es selten genug vor, dass Teek sich zu den anderen in den Bunker begab.

Teek kam rechtzeitig an, um einige Worte des Alten zu vernehmen. Ermordet....er, und ein Mensch...Blizzard....der Zug... Blizzard...obwohl Teek sich nie sonderlich um die Namen der anderen geschert hatte, wusste er sofort, wer gemeint war. Blizzard, das war dieser wolfsähnliche Husky, der Teek fast ein bisschen ähnlich gewesen war, nur viel freundlicher, und der sich mehr mit den anderen aufgehalten hatte. Nichts allzu Trauriges also, jedenfalls empfand Teek es so. Nightmare dagegen, die Anführerin der Gruppe, schien durch diese Nachricht am Boden zerstört. Wenn Teek einen anderen Hund so sah, wallte in ihm unwillkürlich Erleichterung auf, Erleichterung dafür, dass er so etwas nie fühlen würde, weil er sich an niemanden band und sich mit niemandem anfreundete, dessen Tod oder Verschwinden ihn erschüttern könnte. Niemand...außer Kyle. Und wenn er jetzt auch tot ist? Er hat doch ohne mich keine zwei Schritte auf die Reihe bekommen...und wer weiß, wie viele andere Hunde der Mörder schon auf dem Gewissen hat. Teek wurde unruhig. Am liebsten wäre er nach draußen gestürmt, irgendwohin, um weiter nach seinem verlorenen Freund zu suchen. Aber er ließ sich nichts anmerken und behielt seinen ausdruckslosen, kalten Gesichtsausdruck bei. Nur seine Beine verrieten ihn, denn er tigerte besorgt auf und ab.

Hass überflutete ihn, Hass auf die Menschen und ihre grausamen Taten. Er nahm dieses Gefühl schweigend hin; es war gut, den Feind zu hassen, weil das einem erlaubte, mit noch größerem Elan gegen ihn zu kämpfen. Niemals sollte man einem Menschen trauen! Sein Besitzer hatte sich immer gut um ihn gekümmert. Aber dann, mitten im entscheidenden Einsatz, hatte er ihn verlassen und ihn der Obhut eines brutalen, dicken Kerles anvertraut, der die ganze Zeit nur darauf wartete, dass Teek nicht gehorchte, um ihn zu treten und zu schlagen. Und als Teek ihn endlich loswurde, musste er den Rest seines Lebens vor Tierfängern wegrennen, die es letztendlich schafften, ihn und Kyle zu trennen. Und jetzt töteten sie einen Hund. Gemeinsam mit einem Menschen. Teek hatte mit diesem Hund überhaupt nichts am Hut, aber mit den Menschen schon. Irgendwie nahm er es persönlich. Jetzt hatten sie ihm Kyle genommen, aber statt zufrieden zu sein, griffen sie auch noch sein neues Rudel an. Auch wenn er zu diesen Hunden und Katzen nicht wirklich dazugehörte. Und dann auch noch gemeinsam mit einem anderen Menschen. Blizzard und der Mensch hatten zu Lebzeiten nichts miteinander zu tun gehabt. Es war eine Erniedrigung für einen Hund, gemeinsam mit einem Menschen zu sterben.
Und warum auch? Teek wusste, dass Menschen vor Gewalt nicht zurückschreckten. Aber es war ihm neu, dass sie verrückt waren und kopflos handelten. Bis jetzt hatte er Menschen für mehr oder weniger klug gehalten. Offenbar ein Irrtum. Er sah den keuchenden alten Schäferhund und die Anführerin an. Dann ließ er den Blick über die anderen Hunde und Katzen streifen, bis sein Blick wieder bei Nightmare ankam. “Und jetzt? Was willst du tun?“, hätte er gerne gefragt. Aber es wäre nicht taktvoll gewesen und eine Antwort hätte er vermutlich auch nicht bekommen. Die Anführerin hatte einige unsichere Schritte rückwärts gemacht und schien sich jetzt erst einmal fassen zu müssen. Dabei war sie doch die Erfahrendste von ihnen, sie sollte ihnen sagen, was zu tun war. Ihre Reaktion war wenig professionell.

Und seit wann ließ Teek sich von jemand Anders etwas sagen? Er würde die Dinge selbst in die Hand nehmen. Immer hatte Teek selbst für seine Interessen gesorgt und das würde er jetzt auch tun. Er wollte wissen, was das ganze sollte, und er würde es herausfinden. Jetzt. Gemächlich trottete er zum Ausgang der Höhle, sah sich noch einmal auffordernd um, falls jemand ihm folgen wollte, und schob sich dann nach draußen. Befreit atmete er auf. Er war nicht gerne in engen Höhlen, schon gar nicht, wenn sie voller Artgenossen waren. Und voller Katzen dann auch noch...Er blieb kurz stehen und wartete. Worauf? Darauf, dass die anderen ihm folgten? Er wusste es nicht. Aber als Polizeihund hatte er die Regeln eines Rudels gelernt, und wenn er sich nicht irrte, hatte er gegen die gerade verstoßen. Es war nicht wirklich richtig, einfach den anderen, Ranghöheren vorauszueilen.

[bemerkt George | folgt ihm in den Bunker | hört zu | wütend, hasst die Menschen | überlegt kurz | macht sich auf den Weg zum „Tatort“ um die Lage zu überprüfen | bleibt am Bunkereingang stehen]

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 Nahia


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BeitragThema: Re: 1. Kapitel: Ruhe in Fetzen   Sa Aug 18, 2012 12:09 am

Nahia schluckte gerade die letzten Bissen ihres Mahls hinuter, als sie hörte, wie jemand in den Bunker gerannt kam. Zuerst blickte sich nicht auf. Es war schließlich nicht selten, dass jemand rannte, schon gar nicht, wenn es dämmerte und man sich in die SIcherheit de Bunkers flüchten musste. Doch dann nahm sie im Augenwinkel eine braune Gestalt wahr. Und zwar eine braune Gestalt, die eigentlich nie rannte, unter keinen Umständen, außer ihr Leben stand auf den Spiel. Und zwar wirklich. Interessiert wandte die wunderschöne Hündin ihren Kopf herum, spitzte die felligen Ohren. George war vollkommen außer Atem, er roch verdammt stark nach Angst und die Panik konnte man auch so aus seinen dunklen Augen lesen. Der alte Schäferhund, welcher sonst eigentlich nie aus der Ruhe zu bringen war, schien vollkommen fassungslos. Fast hatte sie ein wenig Mitleid mit ihm. Es musste wirklich etwas schlimmes passiert sein.
Das nächste, was passierte, war zwar nicht schlimm, aber ebenso verwunderlich wie ein aufgelöster George. Teek kam in den Bunker, etwas, dass er sonst nie tat. Nahia konnte den Rüden nicht ganz verstehen. Er selber mochte es sicher als unabhänging oder irgendwie anders edel klingend beschreiben, dass er Tag und nacht vor dem Bunker saß, über die anderen "wachte" und sich vollkommen abschottete. Nahia jedoch befand ihn einfach nur als störrisch. Zu stolz, um sich bei Regen und Sturm das Fell trocken zu lassen, hatte er auch jetzt die ganze Zeit vor dem Bunkereingang gelegen. Sie vermutete, die Neugier hatte ihn hier reingetrieben.
Sie wandte sich von dem rätselhaften Rüden ab und lauschte den Worten, die der aufgebrachte George Nightmare vorstotterte. Am Schluss konnte man zusammen fassen, dass Blizzard tot war. Zusammen mit einem Menschen wurde er an einen Gleiß gebunden und dann vom Zug überrollt. Das Werk eines Irren, wie George es erklärte. Trauer machte sich in Nahia breit, hatte sie den Husky doch in gewisser Weise gemocht, da seine Art sie in entfernter Hinsicht an Oledo erinnert hat. Ihren Oledo, der eisblütig von ihren Verehrern und ihren Geschwistern umgebracht worden war. Sie spürte die Tränen bei der Erinnerung an ihn aufsteigen, konnte sie jedoch erfolgreich unterdrücken. Sie blickte zu Nightmare. Auch diese schien sehr geschockt, hatte sie doch eine Freundschaft mit dem wolfsähnlihen Husky verbunden. Die abweisende Hündin erhob sich auf die Pfoten und trottete zu Nightmare. Und dann tat sie etwas, dass sie seit dem Tod ihres Geliebten eigentlich nie mehr getan hatte. Sie drückte sich tröstend an die tiefschwarze Hündin und leckte ihr über die Ohren. Dann löste sie sich wieder von ihr, blickte sie mit einem Blick an, der sagte: "Ich kann dich verstehen. Du bist nicht allein". Ihr Blick wanderte zu Teek. Der Schäferhund verschwand gerade wieder aus dem Bunker. Eigentlich nichts ungewöhliches, aber irgendwie hatte Nahia das Gefühl, das er was vorhatte. Sie löste sich von Nightmare, die erneut einem Redeschwall von Georde unterlag. Er erklärte mehr oder weniger in Details, was sich zugetragen hatte. Nahia entfernte sich, ging dem stolzen Rüden nach, doch konnte sie noch genug hören, dass ihr schlecht wure. Warum musste der Braune das auch so detailgetreu erzählen? Es musste ihn wirklich schockiert haben, würde der Rüde sonst schließlich nicht so einfühlslos und aufgeregt reagieren. Aber gut, sie konnte sich vorstellen, wie schrecklich es sein musste, zu sehen, wie ein Artgenosse von einem Zug zermascht wurde. Auch wenn sie das eigentlich gar nicht wollte.
Sie stand knapp hinter Teek, dennoch war ein gebührender Abstand zwischen ihnen. Es nieselte, doch weit entfernt konnte sie Blitze sehen und Donner hören. Ein Gewitter würde aufziehen, sollte der Wind nicht umschlagen. Ja, Nahia konnte diesen Idioten wirklich nicht verstehen. Trotzdem, sie wollte mit ihm reden. Es hatte nämlich so ausgesehen, als hätte er bei Georges Erzählung einen Entschluss gefasst. "Wolltest du igrendwo hin" fragte sie in die Stille hinein und trat nun neben ihn. Man konnte deutlich das Misstrauen in ihrer Stimme hören, ihre Augen musterten ihn auf irgendwelche Anzeichen, die sien Vorhaben verrieten. Aber nichts, wirklich gar nichts war auf diesem ausdruckslosen Gesicht zu erkennen. Sie gab es auf, blickte nun in die Richtung des Gewitters, das immer näher rückte.

[lauscht George - trauert um Blizzard - tröstes Nightmare - folgt Teek aus dem Bunker - fragt ihn, ob er irgendwo hinwollte]

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 Gast

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BeitragThema: Re: 1. Kapitel: Ruhe in Fetzen   Mi Aug 22, 2012 12:12 am

Langsam streunte Tsume durch die fast verlassenen Straßen. Es war bereits heller geworden, und gerade lief eine Menschenbande an ihm vorbei. Nur kurz würdigte er sie eines Blickes. Es waren drei Jungen und zwei Mädchen. Sie lachten miteinander. Eines der Mädchen sah zu Tsume, hob mitleidig die Augenbrauen und riss etwas von ihrem Brötchen ab. Ihr braunes Haar rechte ihr bis über die Schultern, und wehte leicht im Wind. Erwartungsvoll sah Tsume sie an. Kurz lächelte das Mädchen und hielt ihm das Brötchen hin. Langsam und vorsichtig nahm er es entgegen.
,,Ich würde dich ja mitnehmen, wenn meine Eltern nur nichts gegen Hunde hätten...", sprach sie. Tsume gab ein freudiges ''Wuff'' von sich und legte seinen Kopf auf ihr Knie. Er erkannte sie wieder. Schon oft hatte sie ihm Brötchen gegeben. Er hätte gelächelt wenn er es könnte. Das Mädchen klopfte ihm leicht auf den Rücken, erhob sich und ging zu ihren Freunden zurück, welche uns die ganze Zeit über beobachtet hatten. Tsume sah ihnen nach, und als er die Gruppe nicht mehr sehen konnte, ging er in die entgegengesetzte Richtung. Nicht alle Menschen waren böse, das war ihm klar, doch leider waren es nicht viele. Man konnte sie praktisch an der Pfote abzählen.
Mit schweren Schritten ging er die Schotterstraße hinauf, den Kopf aufrecht haltend, das Brötchen im Maul. Er gehörte keiner Gruppe an, keinem Rudel, wie früher. Das Leben im Rudel war um einiges leichter. Man sammelte alles was man fand, trug es zusammen und jeder hatte genug. Es war eine schöne Zeit, doch leider wurden seine Freunde von einem Hundefänger eingefangen. Nur Tsume konnte ihm entwischen. Seitdem war er alleine. Er hätte es nicht ertragen können wenn das Gleiche nochmals passiert wäre. Auf diese verdammten Hundefänger musste man mehr als nur aufpassen. Zu jeder Zeit könnten sie aus einem Gebüsch springen und den nächsten ahnungslosen Hund einfangen. Das war einfach nur grausam. Viele Hunde konnten dem Leben auf der Straße nicht standhalten, starben an Hunger und Durst, wurden überfahren von Autos, oder sonstiges. All dies ging Tsume nun schon zum x-ten Mal durch den Kopf. In letzter Zeit dachte er viel nach, über sein Leben und das was noch kommen mag, über das was er erreichen wollte, und das was er verloren hatte. Ob er bei seiner Familie hätte bleiben sollen, und was jetzt aus ihm geworden wäre, wenn er sein wertvolles Leben dort weiter geführt hätte. Tsume hielt an und legte sich in den Schatten eines großen Gebäudes. Den Kopf legte Tsume auf die Pfoten und richtete seinen Blick auf den Boden. Er nagte ein wenig an dem Brötchen und entschloss sich dazu ein wenig weiter zu laufen.
Nach kurzer zeit hörte er die Stimmen anderer Hunde. Tsume hob die Ohren und sah sich suchend nach den Hunden um. Er entdeckte sie nach geringer Zeit und legte sich dann in den Schatten. Mal sehen ob es die anderen interessieren würde was er hier tat. *Na ja, wer würde sich denn nicht für mich interessieren?*, scherzte er und beobachtete die Hunde noch kurz. Er entdeckte einen weiteren Australian Shepherd. Kurz hob er den Kopf und musterte sie. Dann legte er ihn wieder auf die Pfoten. Mit einem kurzen Seufzer schloss er die Augen. Kurz danach hörte Tsume einen leichten Donner, blickte kurz auf und sah kurz darauffolgend den Blitz.

[streunt in den Straßen - bekommt ein Stück Brötchen von Mädchen - denkt nach - streunt weiter - entdeckt Hunde - erkennt einen weiteren Australian Shepherd - hört Donner]
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BeitragThema: Re: 1. Kapitel: Ruhe in Fetzen   Di Sep 04, 2012 4:11 am

"Intuneric" schnupperte an den Schienen. Wegen diesem Zug würde er wieder hungern müssen. Wegen diesem Mörder blieb sein Magen jetzt leer. Und was noch viel schlimmer war, Karasu würde ihm keine Auftrgäge mehr geben. Wieder sah der wolfsartige Rüde den großen, schwarzen Retriever mit den kalten Augen vor sich und hörte dessen drohende Stimme wenn du diesesmal versagst, Scarfighter, wenn du Blizzard nicht selbst tötest, dann lass dich nie wieder blicken! Hier ist kein Ort für altersschwache Müllfresser! Töte den Husky und du kannst bleiben, wenn nicht-werde ich jemanden schicken, der dich tötet. "Intuneric" schloss kurz die Augen. Als er sich wieder öffnete, zuckte ein Blitz über den Himmel, ein Donnerschlag folgte. Aufeinmal bemerkte er die anderen Hunde die dort standen wo der Streuner und der Mensch gestorben waren.
Der Auftragsmörder verfluchte sich und seine verdammte Schwäche und duckte sich in die Büsche die am Rand der Schienen standen. Als er davonschlich spührte er wieder dieses brennen im Hinterbein. Die Wunde hatte sich endzündet und eiterte warscheinlich auch. Sein Magen knurrte. Der Rüde schüttelte zornig den Kopf. Karasu hatte eindeutig recht gehabt, er war ein altersschwacher Idiot geworden. Nichtmal fünf Jahre alt und schon das perfekte Opfer für die Menschen, dachte er en während er davon humpelte um sich einen Schlafplatz zu suchen. Langsam und vorsichtig, immer darauf bedacht nichts umzustoßen hinkte "Intuneric" zu einem alten Schuppen. Als er ihn betrat hörte er ein fauchen und eine gefleckte Katze sah ihn aus funkelnden grünen Augen verstöhrt an. Der Wolfshund beachtete sie nicht weiter sondern scharrte etwas altes Stroh zusammen und legte sich hin. Die Katze beobachtete ihn immernoch. "He, Fellsack, starr nicht rum!", knurrte "Intuneric" warnend und setzte sich wieder auf."Ich verschwind morgen schon wieder!"
Die Katze schien immer noch unsicher, doch dann fragte sie, stockend:"Gehörst du zu iesen Streunern? Die mit meinesgleichen zusammenleben und von den Menschen getötet werden?. "Intuneric" witterte Beute. Diese Katze schien etwas zu wissen."Zu denen auch der ermordete Husky gehört hat?", hakte er nach. Die Katze nickte. "Nein. Die sollen sich um ihren eigenen Dreck scheren. Ich bin noch nicht lang hier...", meinte er, dann drehte der dunkle Streuner sich um und versuchte zu schlafen.

Nach einigen Minuten hörte er wie die Katze aufstand und näher kam. Als er sich herumrollte, sah er, dass sie eine Ratte trug "Du sahst hungrig aus.", miaute sie und starrte auf ihre Pfoten. "Intuneric" verbarg sein erstaunen, doch dann sah er das Halsband. Warum war ihm das Ding nicht schon früher aufgefallen. "Dumme, leichtgläubige Hauskatze oder?", spottete der Wolfsmischling während er die Ratte mit wenigen Bissen verschlang. "Gibst einfach so einem wildfremden Hund was von deiner Beute". Etwas enttäuscht schlich die Katze wieder davon. Doch dann drehte sie sich nocheinmal um "Ich heiße übrigens Tabby, sagte sie, bevor sie endgültig verschwand.
"Intuneric" grinste und rollte sich zusammen. Hier würde er nicht bleiben können. Diese Tabby würde von seinem Kommen erzählen und Karasu würde schnell erfahren wo er war. Aber was die Hauskatze über die Streuner erzählt hatte, war interessant gewesen. Es gab noch mehr Hunde wie Blizzard. Das würde bestimmt einige interessieren.
Er musste nur den richtigen finden.

[Ist bei den Schienen-ärgert sich über den Zud der seinen Auftrag vermasselt hat-denkt über kurzes Leben nach-sieht andere Hunde am "Tatort"-verschwindet-bemerkt dass sich seine Wunde endzündet hat-humpelt zu einer verlassenen Scheune-trifft eine Katze-unterhält sich kurz-erfährt mehr über Blizzard-die Katze überlässt ihm eine Ratte-er überlegt an wen er die Information von den Streunern verkaufen kann-entschließt sich nur eine Nacht zu bleiben]

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 Teek

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BeitragThema: Re: 1. Kapitel: Ruhe in Fetzen   Mo Sep 17, 2012 4:50 am

(Ist Tsume bei uns oder woanders?)
Teek war unsicher.
Sehr unsicher.
Sollte er jetzt alleine loslaufen oder warten, bis sich ihm einige andere Hunde anschlossen? Er wusste genau, in welche Richtung er laufen musste, um die Schienen zu erreichen, und er wusste, dass der Blutgeruch ihn führen würde, falls er die Toten nicht gleich fand. Er wusste, dass es Nightmare vermutlich nichts ausmachen würde, wenn er kurz verschwand, egal, wohin er lief – das war schließlich seine Art. Er ging oft weg, in die Felder, in die Stadt oder auf die Müllhalde, mal um nach Fressen zu suchen, und manchmal einfach, um allein zu sein. Das war nichts Besonderes. Aber er war sich nicht sicher, ob Nightmare vorhatte, eine Patrouille zu schicken, und ob er dabei irgendwie stören würde. Unsicher wurde er langsamer, blieb stehen und blickte zurück. Dann blickte er nach vorne. Er kratzte sich, um Zeit zu schinden, und blickte dabei in den Himmel, der immer düsterer wurde. Bald würde es ein richtiges Gewitter geben.

Schließlich beendete Teek die Kratzerei und erhob sich entschlossen. Wer bin ich denn? Ein Schoßhündchen, das sich alleine nicht einmal traut, sein Geschäft zu erledigen, oder ein Hund, der weiß, wie das Leben spielt? Er grollte wütend in sich hinein, es klang fast wie ferner Donner, dann schüttelte er sich, als müsse er seinen Ärger loswerden. Er hasste es, wenn er nicht wusste, was zu tun war. Dann kam er sich immer...bloßgestellt vor. Vor sich selbst. Hoffentlich hat mich niemand gesehen... Teeks Rachegedanken verblassten allmählich. Zwar hatte er es bis jetzt immer geschafft, den Menschen eins auszuwischen, wenn er wollte. Aber dieser Hund...Blizzard – der ging ihn nichts an. Sie hatten sich nicht sonderlich gut gekannt oder gemocht. Und doch, bei dem Anblick der Trauer in Nightmares Augen hatte sich Teek in seine eigene Vergangenheit zurückversetzt gefühlt, als er Kyle verlor. Und dadurch war sein Mitleid erwacht.

Plötzlich ertönte das leise Scharren von Hundepfoten hinter Teek, und er wirbelte herum, um sich Auge in Auge mit einer Australian-Sheperd-Hündin zu sehen. Kurz erkannte er sie nicht, denn es gab nicht wenige Australian Sheperds, aber der unverwechselbare Geruch und die eleganten Bewegungen ließen keinen Zweifel an ihrer Identität: Nahia, eine hübsche Hundedame. Ihre blauen Augen hatten etwas Misstrauisches, als sie ihn gründlich musterte, und ihr Blick blieb an Teeks Augen hängen, als wollte sie ihn durchbohren oder, schlimmer noch, als wollte sie herausfinden, was er dachte. Teek schaute seinen Gegenüber immer direkt in die Augen, aber noch nicht oft hatte jemand zurückgeschaut. Unter Hunden galt es entweder als eine offene Herausforderung, einem anderen in die Augen zu schauen, oder als Zeichen der Autorität. Und so autoritär war diese Nahia nun auch wieder nicht.
Als es blitzte, fuhr Teek herum und blickte zum Himmel. Kurz war jede einzelne Wolkenformation in dem gespenstischen Licht zu erkennen, dann war der Himmel düster wie zuvor, und Donner rollte. Na also...ein Gewitter... Gegen den Regen hatte der große Schäferhundmischling nichts. Aber Gewitter machten ihn nervös – wie eigentlich fast jeden Hund. Er sah nicht lange hin, sondern wandte sich wieder Nahia zu, fast, als führten sie im Stillen ein Gespräch mit ihren Augen. Sie störte ihn, hinderte seine Gedanken daran, zu fließen. Ihre Anwesenheit machte ihn verschlossen, düster und aufgewühlt wie der Gewitterhimmel.

Wolltest du irgendwo hin?
Ihre Frage besiegelte Teeks Schicksal. Ja, er wollte irgendwo hin. Jetzt war er sich sicher. Wenn er so gefragt wurde und nein sagte, käme er sich hinterher vor wie ein Feigling. Er warf noch einen kurzen Blick auf Nahia und ließ es zu, dass in seinen Augen Beunruhigung aufblitzte. Hunde können nicht lügen, nicht, solange sie einen Schwanz und Ohren haben, und sein Schwanz war unten, während seine Ohren sich unruhig hin und her drehten, um jedes Geräusch auffangen zu können. “Ja, ich wollte irgendwo hin“, erwiderte er knapp und verbarg dabei das Knurren in seiner Stimme. Er wusste gut, was für eine Schönheit Nahia war. Die anderen Rüden starrten ihr nach, als sei sie ein vierbeiniger Engel oder etwas Besseres. Aber Teek hatte sich nie sonderlich für Hündinnen interessiert, und er hatte keinen sehr großen Respekt vor Nahia. Für ihn war sie wie ein verwöhntes, plüschiges Schoßhündchen, das bei dem leisesten Knurren erschrak und den Ernst des Lebens nicht kannte. Andererseits war für ihn seit Kyles Verlust jeder Hund so.
Seit Kyles Tod gab es für ihn nur noch zwei Arten Hunde: Die Schoßhunde, die Ängstlichen und die Draufgänger, die ihn mutig anknurrten, aber dann wegrannten, wenn er ihnen erst einmal zeigte, wo es langging.

Natürlich sagte er Nahia nicht, was er über sie dachte – er wollte sie nicht kränken. Aber er dachte es und er war sich ziemlich sicher, dass Hunde meistens wussten, was er dachte, auch wenn er versuchte, es unter der Decke zu halten. Seine Körperhaltung verriet ihn. “Also“, meinte er noch, “Ich gehe zu den Gleißen und sehe nach. Menschen dürfen nicht einfach mit uns machen, was sie wollen, auch wenn wir nur Tiere sind. Wenn du willst, kannst du mitkommen.“ Im Stillen fügte er hinzu: ...auch wenn ich glaube, dass weder ich noch du das wollen.
Dann drehte er sich um und trabte los.

[Unsicher | zögert, bleibt stehen | sieht Nahia kommen | denkt | antwortet ihr | läuft los Richtung Gleiße]

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 Nahia


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BeitragThema: Re: 1. Kapitel: Ruhe in Fetzen   Mo Sep 17, 2012 7:28 am

[so wie ich das verstanden hab, starrt er uns nur an Wink]
Teif schaute die hübsche Hündin dem Rüden in die Augen. Er hatte hübsche Augen, das musste sie zugeben. Aber das war unwichtig, jetzt wo Blizzard tot war.
Eine Weile schwiegen die beiden, Nahia starrte nur stur in den dunklen Himmel, der jedoch immer öfter von einem gleißenden Blitz erhellt wurde. Nahia hatte nicht sonderlich viel gegen Gewitter, das einzige, was sie hasste, waren die lauten Donner, die immer nach dne Blitzen folgten. Jedes Mal hatte sie das Gefühl, als würden ihr gleich die Ohren zerspringen. Auch Teek schien es nicht gerade besser zu gehen. Der sonst so machohafte Rüde wirkte tatsächlich etwas nervös. Überrascht betrachtete die Hündin ihn kurz von der Seite, blickte dann jedoch wieder nach vorne.

Ihre Frage schien igrendwas in ihm auszulösen. Er wirkte plötzlich entschlossener, die Muskeln wurdne angespannt, er streckte die Brust heraus. Ja, er wollte tatsächlich wohin. Das hatte Nahia auch schon gewusst, bevor er es ihr nocheinmal extra gesagt hatte. Alleine an seiner Haltung hatte sie erkennen können, dass er etwas vorhatte. Man konnte ihm deutlich anhören, dass er ein KNurren unterdrücken musste. Und es war auch nicht schwer für die Hündin, herauszufinden, was er über sie dachte. In solchen Sachen konnte man in Teek wirklich lesen wie in einem offenen Buch. Fast hätte sie dne Kopf geschüttelt. Er dachte also wirklich, sie wäre verweichlicht. Mit einem Schlag staute sich Wut in ihr auf. Also nur, weil sie hübsch und eine Hündin war, sollte sie verwichtlicht sein? Am liebsten hätte sie dem Schäfer gezeigt, wie verweichlicht sie wirklich war. Aber sie hatte sich unter Kontrolle.

Wenigetsnes hatte er genug Anstand, seine Gedanken für sich zu behalten und es ihr nicht auch noch unter die Nase zu reiben. Er hat Manieren, wenigstens das dachte sie sich wütend und auf ihrem Gesicht machte sie ein arroganter Ausdruck breit. Wenn er einen arroganten Schnösel haben wollte, dann konnte er das verdammt nochmal auch bekommen!
Er begann ihr zu erklären, was er genau vorhatte. Zu den Gleißen wollte er also. Mit der Begründung, dass Menschen mit Tieren nicht machen durften, was sie wolllten. Doch irgendwie glaubte die hübsche Hündin, dass noch mehr dahintersteckte. Der Freundlichkeit wegen bot er ihr an, mitzukommen, doch dass er loslief, bevor sie überhaupt eine Antwort gegeben hatte, verriet ihr, dass er nicht wirklich glaubte, dass sie sich die Pfoten "schmutzig" machen wollte. Na warte, du wirst schon noch sehn, wie verweichlicht ich bin! fuhr es ihr durch den Kopf, ehe sie aufstand und mit ein paar wenigen Sätzen einholte. Als sie neben ihm angelangt war, verfiel sie ins gleiche Tempo wie er und sagte: "Ich werde mitkommen! Ich will wissen, was das los ist! Und du hast recht, Menschen sollte nicht glauben, wir wären weniger wert als sie und sie dürften mit uns anstellen, was sie wollten." Selbst war sie Nahia nicht ganz sicher, was der wahre Grund dafür war, dass sie mit ihm mitging. Lag es nur daran, dass sie ihm beweisen wollte, dass sie nicht so verweichtlicht war, wie er dachte? Wie alle dachte? Oder lag es wirklich auch daran, dass sie den Menschen eine Lektion erteilen wollte?

[redet mit Teek - merkt, dass er sie für verweichlicth hält - folgt ihm zu den Gleisen]

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 Teek

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BeitragThema: Re: 1. Kapitel: Ruhe in Fetzen   Mi Sep 19, 2012 4:54 am

Jeder Schritt schien vorherbestimmt, als Teek ruhig durch den Regen trabte, ohne auf den Weg zu achten. Seine Pfoten setzten sich ganz instinktiv an die richtige Stelle. Er war den Weg zu den Gleisen schon oft gelaufen, denn dort hatte er seinen Freund Kyle das letzte Mal gesehen, als sie getrennt wurden. Sein Magen krampfte sich zusammen, als würde eine Faust sich tief in seinem Inneren ballen. Kyle. Teek musste die ganze Zeit an ihn denken, obwohl er es nicht wollte. Er, Teek, hatte alles alleine gemacht, seit er seinen Besitzer verloren hatte. Er war alleine geflohen vor dem neuen Rudelführer, der ihn misshandelt, herumgeschubst und angebrüllt hatte. Er hatte Kyle ohne fremde Hilfe aus der Autobahn gerettet, als diese im Stau stand. Er war derjenige gewesen, der immer alles organisiert hatte, bis auf die wenigen Male, wenn er zu müde dazu war und Kyle ihm Fressen brachte oder einen Schlafplatz suchte. Wenn hier jemand den anderen braucht, dachte er wütend, ist das ja wohl Kyle, und nicht ich.
Aber er wusste, dass es anders war. Er war ein unabhängiger Hund, stolz darauf, dass er nichts und niemanden brauchte außer sich selbst, um zu überleben. Aber er gestand sich ein, dass er Kyle brauchte. Kyle oder zumindest Jemand anders, irgendjemanden, der ihn verstand, ihn respektierte und der für ihn da war, ohne allzu viel zu plappern oder im Weg zu stehen oder zu nerven. Aber so jemanden gab es nicht.

Nahias schnelle Schritte rissen Teek aus den Gedanken, und sofort glättete sich sein wütender Gesichtsausdruck und wurde ausdruckslos, die Augen kalt wie Murmeln. Niemand wusste, worüber Teek nachgrübelte, was er erlebt hatte und warum er manche Sachen tat, und das sollte auch so bleiben... Sie war auch kein gewöhnlicher Schoßhund, diese Nahia. Sie hatte durchaus ihren Stolz. Und, dachte Teek und musste dabei fast innerlich lächeln, ihre ganz eigene Jagdtechnik. Er hatte sie einmal beobachtet, wie sie die Mülleimer eines Hauses plünderte und den männlichen Wachhund durch reizvolle Gesten besänftigte, sodass dieser sie in Ruhe ließ. Bei Teek hätte das nicht funktioniert, aber bei beinahe jedem anderen männlichen Hund schon. Kyle wäre hin und weg gewesen, er hatte den Hündinnen immer schöne Augen gemacht... Zugegeben, Nahia hatte Schneid.

Aber das sagte noch nicht viel aus. In der Zeit, als Teek und Kyle in einer anderen Stadt waren, hatte es einen winzigen weißen Wuschelhund gegeben, der seinen Garten bewachen wollte. Immer, wenn Teek und Kyle vor dem Garten vorbeikamen, raste das Fellknäuel heraus, umkreiste sie und bellte dabei wie rasend Drohungen. Sie hatten den „tapferen“ kleinen Hund immer ignoriert, denn er war es nicht wert, gebissen zu werden, aber eines Tages hatte Teek die Geduld verloren und kurz geknurrt. Das Fellknäuel hatte jaulend kehrt gemacht und war im Haus verschwunden. Vielleicht verhielt es sich mit Nahia genauso. Vielleicht würde sie tatsächlich kehrt machen, wenn sie die Toten sah...

Ich will mitkommen! Ich will wissen, was los ist! Und du hast Recht, Menschen sollten nicht glauben, wir wären weniger wert als sie und sie dürften mit uns anstellen, was sie wollten. Bei Nahias Worten zuckte Teeks Ohr teils amüsiert, teils genervt. Eigentlich hatte er keine Lust darauf, sich zu unterhalten. Aber Nahias Worte stimmten. Ja, Menschen hielten sich für die intelligentesten Wesen der Welt, nur weil sie lebensgefährliche Dinge wie Gewehre erfunden hatten, und sie taten Tieren weh mit der Entschuldigung: „Die spüren den Schmerz nicht genauso wie wir Menschen“. Teek überlegte kurz, dachte über Nahias Worte und seine Vermutungen und Georges Bericht nach, aber er kam nur auf den Gedanken, dass irgendetwas an dieser Sache nicht stimmte. “Ich glaube nicht, dass die Menschen diese Tat gutheißen.“ Die Worte kamen ihm zu schnell über die Lefzen, um sie aufzuhalten. Er hatte es Nahia gar nicht sagen wollen, er hatte eher laut gedacht. “Schließlich wurde auch einer der Ihren getötet, oder? Ich weiß nicht, was man davon halten soll...“ Er hielt kurz an und schüttelte sich, denn sein nasses Fell hing an ihm herunter wie schwere, feuchte Lappen. Dann lief er weiter und schwieg, als habe er nichts gesagt. Aber er fing an sich zu fragen, was der Mensch mit diesem Mord eigentlich bezwecken wollte. Denn egal, wie verrückt Menschen waren, wenn sie etwas taten, hatte das normalerweise einen Grund.

[trabt Richtung Gleise | vermisst Kyle | hört Nahia zu und denkt nach | antwortet | schüttelt sich | denkt wieder]

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 Nightmare

A Shadow in the Night
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BeitragThema: Re: 1. Kapitel: Ruhe in Fetzen   Di Sep 25, 2012 2:28 am

How can you see into my eyes like open doors?
Leading you down into my core
Where I've become so numb
Without a soul my spirit sleeping somewhere cold
Until you find it there and lead it back home


Es hatte eine Weile gedauert, bis Nightmare sich wieder im Griff hatte. Erst jetzt bemerkte sie, dass Nahia weg war, und auch Teek. Mit weichen Beinen stemmte sie sich auf und taumelte förmlich zum Ausgang. Sie musste zur Unfallstelle. Sie musste sicher sein, dass Blizzard nicht doch lebte...
Als sie ihren Kopf durch den Ausgang streckte, hielt sie ruckartig inne, geblendet von dem Licht des Tages. Und auch hier brauchte sie eine Weile, bis sich ihre Augen an das Helle gewöhnt hatten. Dann erst konnte sie ihren Weg fortsetzen. Mit jeden Schritt wurde sie schneller und ihre Beine gewannen an Kraft. So leise und unscheinbar wie möglich huschte sie vorwärts. Dabei achtete sie stets darauf, dass sie aus dem Blickfeldern etwaiger Menschen blieb, die sich hier ja theoretisch herum treiben könnten.
Doch es waren keine zu sehen.
Nach etwa zwanzig Minuten raschen laufens begann sie schlapp zu machen. Ihr Brustkorb bebte und ihr Atem rasselte. Auch ihre Pfoten schmerzten unerträglich. Dennoch zwang die schwarze Hündin sich, weiter zu laufen. Immer weiter. Es kam ihr wie eine Ewigkeit vor, ehe die ersten Hunde und die Schienen in Sicht kamen. Nightmare wurde augenblicklich langsamer. Humpelnd trat sie näher, vorsichtig umher äugend....

[besinnt sich | folgt Nahia und Teek]

(Ich weiß, etwas wenig...)

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Ich habe so eine Sehnsucht zu sterben, denn es wäre kein Verderben. Kaum einer würd mich vermissen, ich fühle mich so innerlich zerrissen. Hass und Liebe sich umarmen, es hat keinerlei Erbarmen.
Ich hasse meine Suizidgedanken,
die ich habe Erlebten zu verdanken.
Ich will nicht mehr sein am Leben,
denn es ist nicht zum Erstreben.
Ich wünschte ich könnte ganz tief schneiden,
dann würd ich nicht mehr leiden.

Gedicht aus Stille Tränen
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 Nahia


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BeitragThema: Re: 1. Kapitel: Ruhe in Fetzen   Di Okt 09, 2012 9:33 am

Sie lief mit leisen, weichen Schritten neben ihm her, eine Zeit lang herrschte Schweigen. Sie spürte, er war überrascht, als sie neben ihm auftauchte. Die Hündin hatte eben zu viel durchgemacht, um sich bei jeder kleinsten Kleinigkeit zu verstecken. Sie war kein verweichlichter Schoßhund, ihr Leben hatte ihr einige Streiche gespielt. Sie hatte gelernt, dass jeder Vorteil einen Nachteil hatte. Aber jeder Nachteil konnte auch einen Vorteil haben.

Trotzdem, es schien noch nicht so, als würde er ihr ganz glauben. Feinglinge die sich groß aufspielten, gab es genug, dass wusste die Hündin auch. Aber das war sie nicht. Sie würde sich ihren Stolz nicht nehmen lassen. Niemals! Diese beschissene Welt hatte ihr vielleicht alles genommen: ihre große Liebe, ihre Familie, ihre Freunde, ihre Heimat und hätte sie fast sterben lassem! Aber eins würde sie ihr nicht nehmen können: Ihren Stolz. So eigenartig das auch klingen mocht, Nahia würde nicht eingehen. Sicher nicht.

Sie konnte das Zucken im Augenwinkel sehen, es allerdings nicht ganz zuordnen. Es schien wie eine Mischgun zwischen Belustigung und Ärger zu sein. Nun, sein Pech wenn sie ihm auf die Nerven ging, sollte er halt abhauen.. Aber was zur Hölle sollte diese bleutigung? Dachte er etwa, sie spuckte nur große Töne und es wäre nicht dahinter? Dieser Kerl würde sich schon noch wundern, wie viel hinter ihren Worten steckte. Sie hatte viel überlebt, viel gesehen. Und sie hatte auhc das Kämpfen gelernt, zumindest ein bisschen. Wenn es sein musste, würde sie diesem Rüden zeigen, was sie alles beherrschte!

Überrascht blickte sie ihn an, als er nach einigem Überlegen antwortet. Aber als sie sich die Worte des Leidensgenossen nochmal durch den Kopf gehen ließ, musste sie zugeben, dass da etwas wahres dran war. Sie begann scharf nachzudenken. Igrendwas stimmte nicht, irgendwas lief vollkommen falsch. Menschen hatten schon immer Tiere getöten, ihnen wehegtan und noch mehr. Aber ihre Artgenossen getötet, das war etwas neues. Hin und wieder hatte auch die Hündin gehört, dass so etwas vorgekommen war, aber höchstens ein, zwei mal in ihrem bisherigen Leben. "Vielleicht hatte dieser Mensch einen Grund, den anderen zu töten. Aber das würde immer noch nicht erklären, wieso man auch Blizzard umgebracht hatte. Zusammen mit diesen ekelhaften Wesen" begann sie laut zu überlegen, murmelte vor sich hin. Eigentlich waren diese Worte nicht wirklich für Teek bestimmt gewesen, aber nun hatte er sie gehört, das machte auch nichts aus.

Es dauerte noch eine Weile, in der sie durch den immer schlimmer werdeneden Regen maschierten, aber schließlich kamen die Gleise in Sicht. Kurz blickte die hübsche Hündin zu Teek, dann sah sie wieder zu ihrem Ziel und lief entschlossen weiter. Schon stande sie an den ersten Gleisen und Nahia hob die Nase in die Luft, begann zu Schnüffeln. Der Geruch nach Tod schlug ihr penetrant entgegen. Ihre Augen musterten die Umgebung und schließlich konnte sie nicht allzuweit entfernt zwei Körper entdecken. Langsam ging sie darauf zu und als sie knapp daneben stand, so nah, dass sie es genau sehen konnte, betrachtete sie das was von ihrem ehemaligen Freund übergeblieben war und sie musste ein Würgen unterdrücken. Vor dem Schäferhund wollte sie keinsfalls schwach wirken. Sofort wandte sie den Blick wieder ab , atmete eine Weile tief durch und versuchte dann, die Überreste so wenig wie möglich anzusehen. Ihr fragender Blick streifte stattdessen Teek, als wollte sie ihn fragen, was nun zu tun wäre. Insgeheim hoffte sie, er würde irgendwas vorschlagen, was sie von "Blizzard" wegbringen würde, aber das würde die Australian Shepperd Hündin niemals zugeben.

sry >.<

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 Teek

Gefangener Rächer
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BeitragThema: Re: 1. Kapitel: Ruhe in Fetzen   Mi Okt 10, 2012 6:26 am

(@Nahia: Sry wofür?)

Bevor Nahia antworten konnte, ertönten rasche Pfotenschritte hinter den beiden Hunden, und Teek erkannte Nightmares Geruch, gepaart mit dem starken Duft, den ein Hund an sich trägt, wenn er sich nicht wohl fühlt. Kurz darauf hatte die magere schwarze Hündin ihn und Nahia eingeholt. Die Präsenz der ranghöheren Hündin beendete das Gespräch vorerst, und die drei Hunde liefen in schweigender Einverständnis nebeneinander her. Das mochte Teek. Es erinnerte ihn an die Zeiten, als Kyle noch bei ihm war und sie von Stadt zu Stadt reisten, immer auf der Flucht vor den ihnen feindlich gesinnten Haushunden und Tierfängern. Sie waren im ausladenden, ausdauerndem Wolfstrab nebeneinander hergelaufen und hatten nur dann gesprochen, wenn es wirklich nötig war, denn sie mussten sich ihren Atem zum Laufen sparen. Das hatte aus Teek einen gestählten, ausdauernden Langstreckenläufer gemacht, der stundenlang ohne Pause dahintraben konnte.

Nightmares Kondition war anscheinend nicht so gut, denn sie waren kaum zwanzig Minuten unterwegs, als die Schwarze schon zurückfiel. Die Geräusche ihrer Pfotenschritte klangen unregelmäßig, als hinke sie, und Teek hörte sie schwer atmen. Das wunderte ihn, denn er kannte Nightmare als zähe, sportliche Hündin, und sie war noch viel zu jung, um altersbedingte Erschöpfung zu zeigen. Aber vielleicht lag das einfach an ihrer Trauer. Traurig zu sein, konnte einen genauso erschöpfen wie ein stundenlanger Marsch. Das wusste Teek aus eigener Erfahrung...

Nahia, die Nightmares Präsenz nicht bemerkt zu haben schien, antwortete plötzlich doch noch. Ihre Worte waren leise und nachdenklich und sie sagte sie in einem Ton, der Teek das Gefühl gab, sie spreche nicht mit ihm, sondern mit sich selbst. “Vielleicht hatte dieser Mensch einen Grund, den Anderen zu töten. Aber das würde immer noch nicht erklären, wieso man auch Blizzard umgebracht hätte. Zusammen mit diesem ekelhaften Wesen...“ Ekelhaftes Wesen? Wenn die Lage nicht so ernst gewesen wäre, hätte Teek die Lefzen zu einem dünnen, bitteren Lächeln verzogen. Offenbar war sein erster Eindruck von Nahia nicht richtig gewesen...sie sprach wie ein Hund, der die Grausamkeiten der Menschen kannte und gelernt hatte, diese zu fürchten. Andererseits wäre sie vermutlich nicht hier, wenn sie wie ein zahmes Hündchen den Menschen nachgelaufen wäre. Schließlich versteckten sich die Hunde und Katzen im Bunker, um vor den Menschen in Sicherheit zu sein.

Auf Nahias Antwort erwiderte Teek nichts mehr, aber er dachte darüber nach. Einen Grund. Was für einen Grund gab es schon, einen seiner Art zu töten? Teek war unter den Menschen als Killer, tollwütiger Köter, Beißer und wahnsinniger Kampfhund gefürchtet, und dennoch hatte er nie einen anderen Hund oder einen Menschen getötet. Einmal hätte er es fast getan, als ein Hundefänger seinen Freund Kyle bedrohte – aber nur fast. Er war kein Mörder. Egal, was die Menschen ihm an taten, er würde sie nicht töten und schon gar keine anderen Hunde. Fast alle Konflikte ließen sich in einem mehr oder weniger ungefährlichen Kräftemessen klären. Den Menschen war das anscheinend nicht klar, denn soweit Teek wusste, mussten sie alles, was ihnen Unwohlsein bereitete, immer gleich auslöschen. Aber was denke ich eigentlich über die Beweggründe der Menschen nach? Vielleicht sind sie auch einfach nur alle verrückt... Aber Teek glaubte seinen eigenen Gedanken nicht. Menschen waren nicht verrückt. Und manche...manche waren vielleicht nicht einmal so schlimm. Teeks erster Besitzer, beispielsweise....
….hatte ihn im Stich gelassen, als er ihn am meisten brauchte.
Nein, Menschen waren weder verrückt noch gut noch böse. Sie waren unergründlich, ein Rätsel, jedenfalls waren sie das für Teek.

Bald ließen sie die Felder hinter sich. Das Gewitter schien sich etwas gelegt zu haben, denn seit einer ganzen Weile hatte es weder gedonnert noch geblitzt, aber es nieselte weiterhin, und dünne Regentropfen verschleierten Teeks Sicht. Sie befanden sich jetzt in der Nähe einiger alter Kornspeicher, Schuppen und Scheunen. Hier trieben sich zwar fast nie Menschen herum, aber dennoch wurde Teek langsamer, bis er im Schritt lief. Seine Ohren waren gespitzt und bei jedem Geräusch spannte er die Muskeln an und lehnte sich nach hinten, bereit wegzuspringen, zu fliehen oder sich ins nächstbeste Versteck zu stürzen. Als einziger Rüde in der kleinen Gruppe fühlte er sich, als trage er die Verantwortung für Nahia und Nightmare, und das nahm er ernst. Aber das einzige, was er roch, waren Katzen, einige fremde Hunde, Ratten und Abfall. Und ganz schwach nahm er einen wohlbekannten, verhassten Geruch wahr, der schwer und süß in der Luft lag. Blut. Es gab keine Zweifel.

Also war alles wirklich passiert. Nicht, dass Teek wirklich daran gezweifelt hätte, aber jetzt erst wurde er sich des vollen Ausmaßes dieser Tat bewusst. Mord. Mord, es gab kein besseres Wort dafür. Hier war ein Hund willentlich von einem Menschen getötet worden, und das auf die denkbar schmerzhafteste, blutigste Art. Der Geruch nach Blut löste einen Adrenalinschub in Teek aus. Sein Gang wurde steif, seine Bewegungen schnell und ruckartig wie bei einem Vogel, sein Nackenfell stellte sich auf und aus seinem Maul kam ein leiser, aber stetiger Singsang aus an- und abschwellendem Knurren. Es war nicht die Trauer um diesen Husky-Mischling Blizzard, die ihn bewegte, sondern der Hass auf die Menschen. Er hatte schon viele tote Hunde gesehen, mehr, als ihm lieb war, aber es schmerzte ihn jedes Mal. Sein Blick war starr auf das undeutliche Bündel aus Fell gerichtet, dass direkt über den Gleisen lag, dort, wo der Zug gefahren war. Man sah noch die halb verkohlten Fesseln. Erneut wurde Teek von einer Woge der Wut erfasst, aber er behielt sich unter Kontrolle. Sein Knurren verebbte.

Sein Blick war ausdruckslos, sein Gesichtsausdruck maskenhaft starr und unnahbar wie immer, während er auf die Bescherung hinabsah. Hinter sich hörte er jemanden schlucken und fuhr herum. Sofort schob sich Sorge um Nahia und Nightmare in seine Gedanken und er dachte an Nightmares Trauer. Dieser Anblick war bestimmt furchtbar für sie. Als Teek Nahias Blick begegnete, las er darin zum ersten Mal ein echtes Gefühl. Nicht wirklich Hilflosigkeit, eher eine bange Frage. Es war, als würde sie sagen: Kannst du mich hier irgendwie wegbringen? Unwillkürlich musste Teek genervt seufzen, aber er beging nicht den Fehler und verdrehte die Augen, sondern wandte sich ruhig an beide Hündinnen. “Vielleicht solltet ihr besser etwas weiter weg warten?“, schlug er vor. Er selbst wollte die Unfallstelle untersuchen. Vielleicht gab es irgendeinen Hinweis.

[ bei Nahia und Nightmare | denkt nach | erreicht die Gleise | riecht Blut | Aufgewühlt | schlägt Nahia und Nightmare vor, etwas weiter weg zu warten ]

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 Jenna

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BeitragThema: Re: 1. Kapitel: Ruhe in Fetzen   Mi Okt 10, 2012 9:48 pm

Leises Plätschern ertönte auf der Straße als die Schäferhund Mischlings Hündin auf ihnen ihren Weg ging. Einpaar Regentropfen
prasselten auf sie hinauf. Wie gesteuert schaute die Hündin in den grauen Himmel. Ihr Blick war Lehr und kalt. Ihr Fell dreckig, aber auch irgendwie glänzend. Es war Jenna! Vollkommen durchnässt lief sie die Straßen endlang. Unwissend was sie jetzt tun sollte.
Auf der anderen Straßenseite erblickte sie einen kleineren Hund der mit einem jungen Mädchen spazieren ging. Sie schienen einen Höllen Spaß zu haben. Jenna dachte mal wider zurück an ihre Vergangenheit.
In diesem Augenblick brannten die Narben an ihren Hinterbeinen.
Alles ist deine Schuld dachte sie zu sich selbst.
Die Hündin ging langsam weiter auf ihrem Weg erblickte sie zwei Tauben die wie verrückt über den Vorfall an den Gleisen diskutierten
Jenna verdrehte genervt die Augen. Von dieser Geschichte hatte sie schon die ganze Zeit gehört. Kurz hatte sie auch mal daran gedacht zu den Gleisen zu gehe. Du bist kein Polizeihund Jenna! Hatte sie sich gesagt. Trotz allem konnte sie sich nicht zurück halte. Aus irgendeinem Grund steuerte die Hündin zu den Gleisen hin.
Als Jenna langsam merkte wohin sie ging hielt sie an und schüttelte den Regen von ihrem Kopf. Hinter ihr kamen 2 Hunde aus einem Haus.
Es waren 2 dieser überzüchteten Wollknäule. Sie musterten Jenna eine Weile und nuschelten sich gegenseitig was zu. Jenna hörte nicht alles, aber etwas. Die zwei Hündinnen sprachen von ihr sie sagten Sachen wie
"Schaumal da ist Jenna mit dem Puppenblick". Ein leises Knurren ertönte aus Jennas Kehle danach war hinter ihr Ruhe.
Langsam ging sie weiter. Ihr war langweilig sehr langweilig.
Irgendwie musste sie sich doch ablecken können? Ablenken von den Schuldgefühlen! Daher machte sie sich letztendlich doch auf den Weg zu den Gleisen.
An den Gleisen angekommen stieß ihr ein stechender Geruch in die Nase. Andere Hunde. Schon von weiten sah Jenna drei Hunde.
Was heißt von weitem? Die Hunde waren gerade mal 12 m von ihr entfernt.

(geht Straßen endlang/ macht sich auf zu Gleisen/ Erblick Nightmare, Teek und Nahia)

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 Teek

Gefangener Rächer
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BeitragThema: Re: 1. Kapitel: Ruhe in Fetzen   Di Okt 16, 2012 4:54 am

Viel hatte Teek nicht herausgefunden – eigentlich hatte er auch nicht gerade gründlich gesucht. Er ließ sich von Blut und solchen Dingen ja eigentlich nicht beeindrucken, oder auf jeden Fall nicht so sehr wie andere Hunde, aber der Anblick eines Hundes und eines Menschen, die von dem Zug....die von dem Zug förmlich zerfetzt worden waren, stieß ihn ab und wühlte sein Innerstes auf. Es war eine Freveltat. So etwas durfte es nicht geben. Und dieser Hund hätte Kyle sein können...
Außerdem wusste Teek nicht, was genau er hätte suchen sollen. Eine Spur des Täters? Und wozu sollte das gut sein? Oder irgendein Geruch, der ihm half, sich zusammenzureimen, wie und warum dieser Mord geschehen war? Er glaubte nicht wirklich, etwas zu finden, aber dennoch senkte er die Nase auf den Boden und begann, das Terrain um die beiden Toten herum sorgfältig abzuschnüffeln, Zentimeter für Zentimeter, wobei er versuchte, sich voll und ganz auf die Sucharbeit zu konzentrieren, und es sorgfältig vermied, jemals einen Blick auf die Bescherung zu werfen. Als ehemaliger Polizeihund hatte er eine Menge Übung in Nasenarbeit. Er war zwar eher als Schutzhund ausgebildet worden, um auf Razzias zu arbeiten – Angelegenheiten, die sich meistens nicht ohne Gewalt lösen ließen – aber sein erster Besitzer hatte ihm zur Genüge beigebracht, wie man Personen suchte. Und manchmal, wenn einer seiner Kollegen ausfiel, war Teek als Personenspürhund oder bei der Grenzkontrolle eingesetzt worden.

Zuerst dachte Teek: Es ist hoffnungslos. Der Geruch nach Blut, Asche und Todesangst überdeckte alles andere und stach ihm in die Nase wie ein Dolch, und auch wenn er die Luft anhielt, wurde ihm davon schlecht. Aber als Teek genauer suchte, konnte er hier und da einen neuen Geruch einordnen: Der Rost auf den Gleisen, der deutlich zu unterscheidende Geruch nach Mensch und Hund und noch einige andere, unwichtige Hintergrundgerüche wie Erde oder halb verbranntes Gras. Also konnte man trotz des Gestankes etwas riechen. Teek drehte eine weitere Runde um Blizzard un den Menschen....und dabei fiel ihm ein Geruch auf, den er vorher schlicht übersehen hatte.

Hund. Oder war es Wolf? Der Geruch war sehr schwach, aber noch frisch, und eines stand fest: Es war nicht Blizzards Geruch. Es war ein Geruch, der etwas von dem Raubtiergeruch hatte, den Teek wahrgenommen hatte, als er einmal bei den Polizeihunden einen Wolfshybriden kennen gelernt hatte. Halb Hund, halb Wolf. Welcher andere Hund war vor kurzem hier gewesen und warum? Wollte er einfach nur gucken oder war er an der Sache beteiligt gewesen? Teek folgte dem Geruch mit zuckender Nase, konnte ihn aber nicht bis zu seinem Ursprung zurückverfolgen und erkannte auch nicht, wohin der Hund gegangen war. Also ließ er es. Der Geruch des Hundes war zu frisch gewesen, er war erst seit Kurzem hier gewesen. Also war er sicher nicht bei dem Mord dabei gewesen. Teek ließ den Hundegeruch Hundegeruch sein und schnüffelte weiter, bis er schließlich die Umgebung im Umkreis von einem Meter so gründlich abgesucht hatte, dass er sich gezwungen sah, sich den Toten zuzuwenden und in ihrer Nähe mit der Inspektion fortzufahren.

Hier machte er die zweite Entdeckung: Die Seile waren noch halbwegs intakt. Die Fesseln. Sie waren zwar zerrissen, aber sie waren nicht verbrannt oder gänzlich zerfetzt. Und wenn der Mörder Blizzard und den Menschen gefesselt hatte, musste sein Geruch daran haften. Teek schloss die Augen, um nicht hinsehen zu müssen, während er langsam, sehr langsam den Kopf vorstreckte und mit der Nase die Fesseln streifte. Es war, wie er erwartet hatte: Die Seile rochen nur nach Asche und Tod, jeder andere Geruch war wie weggewischt. Halb erleichtert, dass er sich nicht genauer auf die todbringenden Seile konzentrierten musste, und halb enttäuscht, erfolglos geblieben zu sein, wich Teek zurück, hob den Kopf und nieste laut, um den stechenden Blutgestank loszuwerden, der in seiner Nase juckte. Das machte keinen sehr würdevollen Eindruck, aber solche Dinge kümmerten Teek im Augenblick nicht.

In dem Augenblick sah er die Schäferhündin. Sie war nicht sonderlich weit entfernt, knappe zwölf Meter, und beobachtete die drei Hunde stumm. Teek wusste nicht, wie lange sie schon hier war. Sie konnte genauso gut schon die ganze Zeit da stehen wie eben erst gekommen sein, denn so vertieft, wie Teek in seine Suche gewesen war, hätte er sie so oder so nicht bemerkt. Einen Sekundenbruchteil war er überrascht. Im nächsten Augenblick spürte er, wie sein Nackenfell sich aufstellte und ein dunkles Knurren in seiner Kehle hochkam.
Er hasste es, überrascht zu werden.
Mit wenigen, geschmeidigen Sätzen überwand Teek die Distanz zwischen sich und der Hündin. Kurz flogen seine Gedanken zu Nightmare und er war sich fast sicher, dass es ihr nicht gefallen würde, wenn er sich das Recht herausnahm, die Hündin als Erstes anzusprechen, aber das war ihm im Moment egal. Als er die Hündin erreichte, bremste er abrupt, so dicht vor ihr, dass ihr warmer Atem seine Schnurrhaare streifte und sich ihre Nasen fast berührten. Mit starrem, unerbittlichen Blick starrte der Rüde sie an. Sie waren auf Augenhöhe. Kurz schwiegen beide, bis Teek schließlich fragte: “Was weißt du über den Mord?“ Sein Tonfall war fordernd. Diese Hündin hatte nichts Weiteres getan, als da zu sein, aber Teek listete sie innerlich sofort unter „Abneigungen“ ein. Weder mochte er ihr plötzliches Auftauchen noch den Blick in ihren Augen, der ihn für seinen Geschmack zu sehr an seinen eigenen Blick erinnerte: Hart, kalt, leblos und verbittert.

[ sucht nach Spuren | riecht ''Intuneric'' | verliert dessen Geruch wieder | bemerkt Jenna | von ihrem Auftauchen überrascht | wütend | springt auf sie zu | fragt sie, was sie weiß ]

(Sry – ich hab schon bessere Posts geschrieben, aber zurzeit hab ichs nicht so mit dem Formulieren -.-)

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 Jenna

Broken Soul
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BeitragThema: Re: 1. Kapitel: Ruhe in Fetzen   Di Okt 16, 2012 5:28 am

Jennas Blick blieb genauso hart und ausdruckslos wie vorher als ein Mischlings Hund sich genau vor sie stellte.
Er war ganz nah und schien nicht erfreut zu sein das sie erschinen ist.
Jenna schaute ihn eine Weile stumm an. Sein Blick erinnerte sie an ihren.
Als er sie fragte was sie über den "Mord" weiß sträubte sich kurz ihr Fell. Was soll ich schon wissen schoss es
in diesem Moment durch ihren Kopf. Ohne dem Rüden zu antworten ging sie einfach an ihm vorbei.
An seinem harten Blick konnte konnte sie sofort feststellen das er sie nicht leiden konnte.
Sie lief langsam zu der Stelle aus dem sie den stechenden, blutigen Geruch vernahm.
Als sie das Opfer sah sträubte sich ihr Nackenfell leicht. Jedoch blieb ihr Blick
genauso hart wie er war und schaute sich das Opfer ganz genau an. Sie senkte den Kopf.
Auch wenn sie es sich nicht anmerken ließ hätte die Hündin innerlich kotzen können.
Jenna senkte ihren Blick und scannte mit ihren Augen alles ab.
Auf der Straße habe ich schon viele morde gesehen aber dieser ist seltsam
dachte sie sich und ihr Blick bekam etwas fragendes. Sie untersuchte weiter
das Verbrechen. Nein! sagte sie plötzlich laut jedoch hart. Dieses Wort ging als Antwort für den Rüden.
Die Hündin schaute weiter und schnupperte kurz an den Fesseln.
Igal was sie roch oder sah es passte alles nicht zusammen. Jenna nahm sich jedoch vor diesen Fall aufzuklären.
Sie wollte wissen wer dieses Verbrechen begangen hatte.
Seltsam........... äußerst seltsam nuschelte sie vor sich hin, aber so das man es ferstehen konnte.

(untersucht leiche/ antwortet Teek)
(sry ist etwas wenig der nächste Post würd länger ^^)

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 Nightmare

A Shadow in the Night
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BeitragThema: Re: 1. Kapitel: Ruhe in Fetzen   Di Okt 16, 2012 10:08 pm

Nightmare war unentdeckt geblieben. Eine Weile beobachtete sie Teek und Nahia, während sie mucksmäuschenstill in ihrer Deckung verharrte. Nach ein paar Minuten kam aber wieder Leben in sie. Vorsichtig zog sie sich zurück, ehe sie einen großen kreis um die zwei beschrieb und sich vorsichtig der Unfallstelle näherte. Blizzard lag dort, seltsam verdreht und auseinander gerissen. Neben ihm eindeutig die Leiche eines Menschen. Ekel stieg in Nightmare auf, doch sie zwang sich, weiter zu gehen. Nur weiter.
Sie durfte keine Zeit verliehren. Innerhalb der nächsten Minuetn, nein, Sekunden könnten hier Menschen auftauchen und all die guten Fährten zerstören. Instinktiv senkte Nightmare ihren Kopf und begann zu schnuppern. Je näher sie kam, desto stärker wurde der Gestank von Verwesung, Tod und Blut. Angewidert hustete Nightmare und versuchte den Gestank so gut wie möglich zu ignorieren und sich ganz und gar auf die Gerüche am Boden zu konzentrieren. Dennoch, ganz so einfach war das nicht.
Lärm näherte sich, das laute heulen von Sirenen. Noch neunzig Sekunden, noch neunzig Sekunden!, fuhr es Nightmare durch den Kopf. Rasch, beeil dich.
Unwillkürlich drückte Nightmare ihre Schnauze noch fester in den matschigen Grund. Der nächtliche Regen hatte fast alle Spuren verwischt und unkenntlich gemacht. Und doch. Ganz leicht konnte die schwarze Hündin den Geruch von Blizzard erkennen, und von einem Menschen. Nein, zwei Menschen. Oder doch drein?
Nightmares Herz begann schneller zu schlagen, während sie die Gerüche aufnahm. Sie führten zweifellos zu den Gleisen. Schritt für Schritt folgte sie ihnen, diesmal aber in die andere Richtung. Plötzlich stutzte sie. Schildkröte? Warum, um alles in der Welt, riecht es hier nach Reptilien?! Verwirrt blieb Nightmare stehen und hob kurz den Kopf. Der Lärm war näher gekommen. Sofort senkte sie den Kopf wieder und versuchte herraus zu finden, woher dieser Geruch kam. Aber Fehlanzeige. Nur an dieser einen Stelle war der leichte Geruch nach Schildkröte zu erkennen. So, als hätte jemand dort einen Tropfen von dem Geruch verschüttet.
Reifen quietschten. Nightmare zuckte unwillkürlich zusammen. Abrupt unterbrach sie die Spurensuche und wante den Kopf in Richtung der Autos. Menschen mit bekannten Uniformen stiegen aus und machten sich noch nicht mal die Mühe, die Autos wieder zu zumachen. Nightmare zögerte. Vielleicht konnte sie durch die Menschen noch etwas mehr erfahren. Andererseits, war es nicht auch gefährlich, hier zu bleiben?

-ächz, vergebt mir den Schrott....

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Ich habe so eine Sehnsucht zu sterben, denn es wäre kein Verderben. Kaum einer würd mich vermissen, ich fühle mich so innerlich zerrissen. Hass und Liebe sich umarmen, es hat keinerlei Erbarmen.
Ich hasse meine Suizidgedanken,
die ich habe Erlebten zu verdanken.
Ich will nicht mehr sein am Leben,
denn es ist nicht zum Erstreben.
Ich wünschte ich könnte ganz tief schneiden,
dann würd ich nicht mehr leiden.

Gedicht aus Stille Tränen
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 Teek

Gefangener Rächer
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BeitragThema: Re: 1. Kapitel: Ruhe in Fetzen   Mi Okt 17, 2012 2:20 am

Abneigungen sind meistens gegenseitig, schoss es Teek durch den Kopf, als er den Blick in den Augen der Hündin sah. Zugegeben, sie schaute genau wie er, wenn er jemanden nicht mochte. Kyle hatte oft versucht, ihm zu schildern, wie er dann aussah: Unbeteiligt, hart und kalt wie eine Statue, mit völlig ausdruckslosem Blick, aber mit einem gefährlichen, fast wahnsinnig aussehenden Funkeln in den Augen und gesträubtem Nackenfell. Teek selbst fiel das nie so sehr auf, aber er dachte, dass er und die Hündin gerade fast identisch aussehen mussten, wie sie sich so gegenüber standen. Schließlich waren sie auch von derselben Rasse, oder besser, ähnliche Mischungen.

Und dann tat die Hündin plötzlich, als habe es kein „Blicke-Duell“ zwischen ihnen gegeben, ignorierte Teek völlig und trabte an ihm vorbei, um die Toten zu untersuchen, wie Teek es eben getan hatte. Der Schäferhundmischling spürte die Wut tief in seinem Inneren, die brodelte wie kochend heiße Lava in einem Vulkan – ein Vulkan, der jeden Augenblick explodieren konnte. Aber er ließ sich nichts anmerken....noch nicht. Zumindest eines hatte Teek nach zahlreichen Wutanfällen gelernt: Wut war ein schlechter Berater, und wer blind vor Wut losraste, verlor den Kampf meist. Man musste einen kühlen Kopf bewahren und warten, bis aus der Wut Hass wurde – Hass war zwar ein genauso negatives Gefühl, aber im Gegensatz zu Wut war Hass kühl, berechnend, leicht zu verstecken und trotzdem unerbittlich. Ein hassender Hund konnte kämpfen und siegen.

Also beobachtete Teek mit einem demonstrativen „Ich-langweile-mich-zu-Tode-Blick“, wie die Hündin mit der Nase am Boden Blizzard und den Menschen umkreiste. Zu seiner Überraschung hatten weder Nahia noch Nightmare reagiert, als die Hündin auftauchte. Sein Blick huschte von der Hündin zu seinen beiden Begleiterinnen, dann sah er sich um. Wenn der Mensch, der dies getan hatte, noch in der Nähe war, dann wollte Teek ihm nicht aus Unachtsamkeit in die Arme laufen.
Er wartete geduldig, bis die Hündin fertig war, dachte aber im Stillen, dass sie, wenn es nach ihm ging, diesen Ort nicht mehr heil verlassen würde. Wenn es eines gab, das Teek noch mehr störte, als überrascht zu werden, dann war das, wenn jemand so offensichtlich respektlos zu ihm oder zu irgendeinem anderen Hund war. Er knurrte leise tief in der Kehle, so leise, dass nicht einmal er es hörte; er spürte nur das leichte Vibrieren in seiner Kehle. Und dann, plötzlich: Nein! Fast wäre Teek zusammen gezuckt bei den plötzlichen Worten der Hündin, aber er hatte sich zu gut unter Kontrolle, um sich zu solchen Schwächebezeugungen hinreißen zu lassen, und zuckte nicht einmal mit der Wimper. Den Bruchteil einer Sekunde überlegte er, was wohl die passende Antwort auf eine so unwirsche Antwort war. Verrückt – platzt hier einfach so rein, spielt den Detektiven und tut dann auch noch so, als wäre sie besser als ich.... Unwillkürlich musste Teek lachen. Es war ein kurzer, freudloser Laut, der eine Art gelangweilte Belustigung über die Worte der Schäferhündin ausdrücken sollte. Tja. Temperament hat sie, und nicht wenig.

Jetzt begann die Schäferhündin noch, irgendetwas zu murmeln. Teek hörte gar nicht erst hin. Trotzdem, sie murmelte so laut, als wollte sie, dass er es hörte, und ganz automatisch spitzten sich seine Ohren und er verstand, dass sie “Seltsam...äußerst seltsam“ murmelte, als wüsste sie irgendetwas. Teek reagierte nicht darauf. Er stand da wie starr und sah der Hündin weiter zu, als sei sie für ihn ungefähr so interessant wie eine Ameise und als beobachte er sie nur, weil es nichts Besseres zu tun gab. In seinen Augen lag die natürliche, überlegene Herablassung, die er jedem entgegen brachte, der so dreist war, sich mit ihm anzulegen. “Er war einer von uns. Blizzard, meine ich. Und falls du das schon gemerkt haben solltest, seltsam finden wir die ganze Sache auch.“ Seine Stimme klang kalt. Man könnte es mit dem Tonfall eines Polizisten vergleichen, der einen Verbrecher ausfragt. “Hier stimmt etwas nicht und wir wollen herausfinden, was. Was sagen sie in der Stadt über den Mord?“ Sicher war Teek sich nicht, aber er wusste, dass diese Hündin nicht zu den Hunden aus dem Bunker gehörte, und hier draußen lebten kaum Hunde. Der Geruch nach Autoabgase, der in ihrem Fell hing, sagte ihm, dass sie aus der Stadt kommen musste und sich sicher nicht zufällig hierher verirrt hatte.

Doch für eine Antwort blieb Teek keine Zeit mehr. Plötzlich zuckte Nightmare, die ebenfalls angefangen hatte, die Unfallstelle zu beschnüffeln, heftig zusammen, und fast im selben Moment hörte Teek es: Das wohlbekannte Heulen der Sirenen, das an- und abschwoll und sich in halsbrecherischem Tempo näherte. Der Schäferhundmischling erstarrte und seine Augen wurden weit. Nicht aus Angst vor den Menschen....aus einem anderen Grund. Er erinnerte sich an so viele Male, wenn die Sirenen heulten und er und sein Besitzer im Wagen kauerte, Teek hinten in der Box, sein Besitzer auf dem Vordersitz, und er erinnerte sich daran, wie sie die Spuren eines Menschen verfolgt hatten und wie sie in Häuser eingedrungen waren....und daran, wie mitten im Kampf Teeks Besitzer einfach umgekippt war und Teek alleine gelassen hatte....und jetzt kamen sie wieder.....wie in Trance wich Teek von der Schäferhündin zurück und spürte, dass sein gesamter Körper bebte. Er wollte sich nicht erinnern, er wollte nicht daran denken, was er hatte entbehren müssen, aber er konnte es nicht verdrängen. Sein neuer Besitzer....er warf mit der Kette nach Teek....und mitten im Einsatz mit seinem neuen Ausbilder hatte Teek die Flucht ergriffen, weil er ihm nicht vertraute...er wusste, was diese Sirenen zu bedeuten hatten.
“Lauft!“, kläffte Teek, obwohl er sicher war, das wäre nicht nötig. Nightmare schnüffelte immer noch umher – was machte die denn da, es gab doch nichts zu riechen! – Nahia hatte überhaupt nicht reagiert und die Schäferhündin schnupperte auch noch. Mit einem hastigen Blick auf die Stadt, wo zwischen den Häusern blaue Lichter aufblitzten, lief Teek los. Er rempelte Nightmare an, um sie zum Fliehen zu bringen, dachte gleichzeitig aber an die vielen Einsätze, die er und sein Besitzer erlebt hatten – sein erster Besitzer – und daran, wie sie anhand des Geruches die Täter gefunden hatten – anhand Zeugenangaben – vielleicht fand die Polizei tatsächlich etwas heraus, das irgendwie dabei helfen würde, Blizzards Mörder zu fassen? Kurz zögerte Teek und sah zurück. Dann sprang er auf einen nahen Schuppen zu, dessen Tür nur angelehnt war, schob die Schnauze in den Türspalt und zwängte sich hinein. Hier konnte er durch die Ritzen im Holz beobachten, was vor sich ging, und wäre gleichzeitig in Sicherheit. Schon fuhren die ersten Polizeiwagen mit quietschenden Bremsen vor....

[ wird noch wütender auf Jenna | beobachtet sie | sagt feindselig etwas zu ihr | fragt sie wieder etwas | hört Sirenen | flüchtet in einen Schuppen und drängt Nightmare, mitzukommen ]
(@Jenna: Macht nichts, meiner ist auch kürzer als sonst....und sry, nimm das nicht persönlich, was Teek über sie denkt^^ ist nicht böse gemeint, aber Teek ist halt wütend
@Nightmare: Ist doch kein Schrott, sondern schön spannend Wink )

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 Jenna

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BeitragThema: Re: 1. Kapitel: Ruhe in Fetzen   Mi Okt 17, 2012 3:26 am

(man bist du fies zu ihr o.O xD)

Jenna schaute den Rüden genervt an, aber immer noch mit kaltem Blick.
Sie hasste ihn! Sie hasste jetzt schon alle und vorallem diesen Rüden.
Gab es überhaupt etwas was sie nicht hasste?
Sie drückte ihre Pfoten in die Erde und es schien als würden ihre braunen Augen Feuer speien.
Die Hündin betrachtete weiter die Leiche. Die andere Hündin beachtete sie garnicht.
Als der Rüde sie jedoch ausfragte kam ein leichtes Knurren aus ihrer trockenen Kehle.
Ihr Körper spannte sich an als der Rüde sie ansprach.
Genervt lauschte sie seinen Worten. Die Hündin war nicht dumm daher sah sie
die Wut und den Hass in seiner Stimme. Sie konnte nicht verstehen waa er gegen sie hatte.
Denn genau wie er wollte sie auch nur herausfinden was hier passiert war!
Mit harter, rauer Stimme die sehr viel Hass ausdrücken sollte wollte sie grade antworten
als plötzlich alles ganz schnell ging. Jenna richtete sich etwas auf
und hörte die Sirenen. Ich habe mich schon gefragt wann die kommen dachte sie sich genervt.
Plötzlich schrie der Rüde der sie wahrscheinlich so hasste "Lauft".
Jenna hörte nur mit halbem Ohr zu. Sie war sicher das das Lauft nicht ihr galt daher bewegte sie sich kein Stück.
Die Erinnernungen schallten in ihrem Kopf. Diese Sirenen.......
sie waren auch im Traum erschienen als sie schlief und am Morgen standen auch die
selben Autos da wie an disem einen Tag. Meine Schuld! schallte es wieder durch ihren Kopf.
Wie in Trance stand Jenna nun da und ihre Augen weiteten sich an dem Tag wo sie ihre Familie das
letze Mal sah. Plötzlich wachte sie auf von ihrer Trance Polizeiwagen hilten
an und sie stand nun da. Jenna schaute sich langsam beinahe seltsam ruhig um ob es etwas zum verstecken gab.
Die Polizei hatte sie noch nicht gesehen, aber lange dauerte es nicht mehr.

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 Nightmare

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BeitragThema: Re: 1. Kapitel: Ruhe in Fetzen   Mi Okt 17, 2012 7:31 am

Teeks ausruf drang nur gedämpft an ihr Ohr. Nightmare spürte zwar, dass der Schäferhund sie anrempelte, reagierte aber nicht. Auch merkte sie, dass der Hund nicht ganz dabei war. Gedanklich schien er irgendwo weit weg zu sein. Oder stellte sie sich das nur so vor?
Wachsam musterte sie die heraneilenden Männer. Keiner von ihnen schien von der schwarzen Hündin Notiz zu nehmen, ja, schienen sie noch nicht einmal wirklich zu bemerken. Der Wind wehte den starken Geruch von Angst und Erregung zu ihr herüber, wie auch die Worte, die laut und schrill umhergworfen wurden.
Unwillkürlich presste Nightmare sich auf den Boden, in der Hoffnung, so weniger aufzufallen. Ob dies glückte oder nicht, sie erfuhr es nie. Während sie ihren Blick kurz schweifen lies, bemerkte sie allerdings Jenna. Die Hündin schien erstarrt zu sein, erstarrt vor..., ja, vor was? Angst? Schrecken? Erinnerungen?
Die Hündin saß immer noch aufrecht da, wie ein Baum auf einer Lichtung, nicht zu übersehen. "Mist!" Mit diesen murmelnden, kaum hörbaren Worten richtete Nightmare sich ein wenig auf, während sie vorsichtig zu der Leidesgenossin hinüber robbte, den Blick stets auf die Polizisten gerichtet. Doch diese waren viel zu beschäftigt, als dass sie die kriechende Hündin hätten bemerken können.
Nach einer halben Ewigkeit endlich, so schien es Nightmare jedenfalls, war sie endlich bei der hübschen Schäferhündin angelangt. Vorsichtig richtete sie sich auf. "Jenna.", flüsterte sie leise und stupste die Hündin an. "Jenna!" Diesmal dringender. "Was hast du? Komm schon, duck dich wenigstens, mehr auffallen als jetzt kannst du eigentlich gar nicht." Was war nur mit ihr los? "Jenna!"
Nightmare fiebte leise und fuhr kurz mit der Zunge über Jennas Ohr. Warum reagierte die Hündin denn nicht?
"Nun komm schon!"
Die Dringlichkeit in ihrer Stimme war nicht zu überhören. Aber auch die Menschen schienen sie nun gehört zu haben. Denn einer von ihnen hob den Kopf. Sein Blick traf sich mit Nightmares. Er schien Bände zu sprechen.
"Jenna, wir sind hier so gut wie das Gegenteil von erwünscht!"
Erneut stupste sie die Hündin an und warf den Menschen einen unsicheren Blick zu. Der Mann schien es nun den anderen gesagt zu haben, denn nun waren mehrere Blicke auf die Hunde gerichtet. Nightmare spürte, wie es ihr unter ihrem Fell heiß wurde. Wenn sie nicht bald weg waren, gab es eine riesige Katastrophe!
Die Menschen schienen kurz miteinander zu tuscheln, dann wante sich einer von ihnen ab und joggte zum Wagen zurück. Nightmare konnte erkennen, wie er das Sprechgerät heraus holte. Die kannte diese Dinger, auch wenn sie sie nicht verstand.
Der Mann quackte etwas in das Sprechgerät und das Sprechgerät quackte zurück. Nur Wortfetzen drangen an Nightmares Ohr. Einer dieser Wortfetzung lautete allerding "Tierfänger"!
Sofort schrillten in Nightmare alle Alarmglocken. Sie mussten hier weg, und zwar sofort!
Verzweifelung machte sich in der Hündin breit. Warum, zum Donnerwetter nochmal, reagierte diese Hündin denn nicht!
In ihrer ANgst tat sie das einzige, was ihr im Moment noch als brauchbar erschien. Im nächsten Moment schon gruben sich ihre Zähne in das drahtige Fell von Jenna und berührten leicht die Haut. Sie biss zwar nicht zu, aber der Kniff war stark genug...

[beobachtet die Polizei | vemerkt Jenna | kriecht zu ihr hinüber | versucht sie, "aufzuwecken" | hört das Wort Tierfänger und kneift Jenna in ihrer Verzweiflung]
(ich hoffe, dass ist so ok. Auch dass ich geschrieben habe, dass deine nicht reagiert, Jenna. deinen letzten Satz habe ich leidee irgendwie übersehen. Tut mir Leid...
Ach, und wollen wir nicht leiber mit Schriftfarbe oder so arbeiten?)

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Ich habe so eine Sehnsucht zu sterben, denn es wäre kein Verderben. Kaum einer würd mich vermissen, ich fühle mich so innerlich zerrissen. Hass und Liebe sich umarmen, es hat keinerlei Erbarmen.
Ich hasse meine Suizidgedanken,
die ich habe Erlebten zu verdanken.
Ich will nicht mehr sein am Leben,
denn es ist nicht zum Erstreben.
Ich wünschte ich könnte ganz tief schneiden,
dann würd ich nicht mehr leiden.

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 Jenna

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BeitragThema: Re: 1. Kapitel: Ruhe in Fetzen   Mi Okt 17, 2012 7:52 am

Jenna stand immer noch wie angewurzelt da. Sie nahm die schwarze Hündin garnicht
richtig war. ihr Blick wandte sich plötzlich stark um. Er änderte sich
sofort von leer zu traurig. Tot traurig. Ja auch die Schäferhündin hatte Gefühle,
auch wenn sie diese nicht oft zeigte.
Alles um sie herum nahm sie garnicht mehr war. Sie war in ihrer eigenen Welt.
Jennas dunkle, kalte Welt. Die Erinnernungen an ihre alten Besitzer stachen
förmlich in ihrem Kopf herum. Es nagte und zeerte an ihrer Seele.
Innerlich schrie sie nach Hilfe immer und immer wider doch nach draußen
sagte sie nichts und blieb stumm. Ihre Pfoten wurden kalt.
Plötzlich schreckte sie auf als sie immer wider den Namen "Jenna" hörte.
Sie wachte ruckartig auf aus ihrer grausamen Trance. Ein kleiner kniff
bohrte sich in Jennas Fell. Zwar tat es nicht weh wäre es jedoch nicht die schwarze Fähe
die wohl gerade so stark daran interessiert zu sein Jenna zu retten wäre sie ausgerastet.
Jenna schüttelte immer noch benommen den Kopf und schaute fragend zu der
schwarzen Hündin. Sie schien eine Freundin von dem unfreundlichen Schäfermischling zu sein.
Nach wie vor dröhnte es in ihrem Kopf es schmerzte quälte sie innerlich.
Erst langsam regestrirte die Hündin was hier eigentlich abging. Als jedoch
das Wort "Tierfänger" kam richtete sie sich beinahe springend auf.
Der Blick der Schäfer-Mischlings Hündin wurde wieder so kalt und leer wie an Anfang.
Ein leises knurren erdrang aus ihrer Kehle. Eines der Männer stapfte langsam
auf sie zu und wollte sie berühren. Schnell zwickte Jenna dem Mann in die Hand.
Er schrie und rannte zum Wagen "Die Fiecher sind Wahnsinnig" meinte er zu seinen Kollegen.
Jenna knurrte weiter und schaute sich in der Umgebung nach ürgendwas um wo sie verschwinden könnte.
Woher kennt sie eigentlich meinen Namen dachte sie.
Plötzlich kam ein neuer Wagen an und ein großer Mann erschien aus dem Auto
und griff die schwarze Hündin mit einem Kescher an.
Jenna schubste diese unsanft zur Seite und entkam nur knapp dem Kescher.
Beide Hunde kullerten von Jennas Ruck etwas von den Schi9nen weg.

(wacht nach langer zeit auf/ kommt zur besinnung/ schubst nightmare weg)

(ich finde es so gut ^^ wundertz euch nicht das die tierfänger so schnell da sind jenna brauch ne weile bis zum Aufwachen)

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 Teek

Gefangener Rächer
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BeitragThema: Re: 1. Kapitel: Ruhe in Fetzen   Sa Okt 20, 2012 3:25 am

In dem verlassenen Schuppen war es dämmerig und so staubig, dass Teek nur ganz flach atmete, um keine Hustenanfälle zu bekommen. Dennoch brannten die Staubkörner, die sich innerhalb von vielen Jahren an diesem Ort angesammelt hatten, den Schäferhundmischling in der Nase, in den Augen, in den Ohren. Kurz stand er still da und suchte mit den Augen an der Schuppenwand nach einem Astloch oder einer Ritze zwischen den Brettern, sodass er nach draußen gucken konnte. In seinem Inneren ging etwas vor, dass man nur als Kampf bezeichnen konnte. So schnell geht das. Vor kaum einem Jahr war ich noch Polizeihund, jetzt bin ich der Gejagte. Er wusste immer noch nicht, ob er die Polizei mögen oder hassen sollte....
So in Gedanken versunken, wie Teek war, fiel ihm zu spät auf, dass Nightmare, Nahia und die andere Schäferhündin fehlten. Sie waren ihm nicht gefolgt. Die Sirenen draußen waren noch nicht verstummt, aber ihr Heulen erreichte sein Ohr nur gedämpft, was entweder am Staub liegen konnte oder daran, dass er dieses Geräusch so gewohnt war, dass er es einfach ausblendete. Dafür hörte er das aufgeregte Gewirr aus Menschenstimmen und das dumpfe Kläffen eines fremden Hundes, der sich in den Polizeiwagen befinden musste. Teek zögerte keinen Augenblick. Er dachte nicht wirklich, dass die Hunde von den Gesetzeshütern etwas zu befürchten hatten – die Polizisten waren schließlich da, um sich den Tatort anzusehen, und nicht, um ein paar Straßenhunde zu fangen. Also quetschte sich der Schäferhundrüde erneut durch die angelehnte Tür ins Freie. Wo sind sie?

Nahia war nirgends zu sehen, aber Nightmare und die Schäferhündin kauerten immer noch dicht bei den Gleisen, obwohl die Polizisten schon auf sie deuteten und gestikulierten. Der eben noch so verlassene, stille Ort wimmelte jetzt von Menschen in grüner Uniform und knallgrün-weißen Autos. Teek knurrte leise, ergrimmt. Was machten die da? Warum flohen sie nicht einfach – war das denn so schwer? Er setzte gerade zum Sprung an, um die beiden Hündinnen zu erreichen, obwohl er noch nicht wusste, was er tun wollte, als Nightmare sich endlich regte. Wie ein schwarzer Schatten flitzte sie geduckt zu der Schäferhündin hinüber und begann, mit ihr zu sprechen. In dem Lärm gingen ihre Worte unter, aber an Nightmares auffordernder, dringlicher Körperhaltung konnte Teek erkennen, dass die Schwarze versuchte, die Schäferhündin zur Flucht aufzufordern. Er besah sich die Situation genauer. Die Schäferhündin scheint irgendwie weggetreten....fast wie ich!

Diese neue Erkenntnis hatte zwei Wirkungen auf ihn. Erstens, Teeks eigene Erinnerungen an seine Zeit als Polizeihund rückten erst einmal in den Hintergrund und machten Verwirrung Platz. Zweitens, unwillkürlich wurde er neugierig auf die Hündin, die mit der Polizei anscheinend schon genauso verhängnisvolle Dinge erlebt hatte wie er selbst. Sie war also doch kein Haushündchen, das aus Neugier zu den Gleisen gehüpft war, sondern ein Hund, der aus seinen schlechten Erinnerungen gelernt hatte. Oder vielleicht auch nicht, denn sie saß so starr da wie eine Statue, statt zu fliehen. Trotzdem....diese Hündin hatte viel mehr mit Teek gemein als nur die Rasse und das schroffe Benehmen. Vielleicht hatten sie ähnliche Dinge erlebt oder waren von Grund auf ähnlich....vielleicht hatten sie sich deshalb von Anfang an nicht gut verstanden.
Was immer los war, die Schäferhündin schien eine ziemlich hartnäckige Natur zu sein, denn trotz Nightmares eindringlichen Aufforderungen rührte sie sich nicht und starrte mit seltsam glasigem Blick geradeaus. Teek fasste sich ein Herz und war in wenigen Sätzen bei den beiden. “Was ist los?“, rief er Nightmare zu, die von den Beiden noch die berechnungsfähigste zu sein schien. “Und wo ist Nahia?“ Aber er sollte keine Antwort auf seine Fragen bekommen...

Teek kannte den Wagen. Er erkannte nicht nur das äußere Erscheinungsbild, sondern den Geruch des Benzins, das die Insassen benutzten, das Profil der Reifen und das Geräusch, dass der Laster beim Fahren machte. Jeder Automotor klingt anders, und dieser klang immer etwas stotternd und unregelmäßig. Unverkennbar. Das Erscheinen des Wagens änderte alles. Tierfänger. Teek saß sehr still, so still, dass man meinen könnte, er wäre eingefroren wie die Schäferhündin, aber seine Lefzen hoben sich sehr langsam und gaben seine langen gelben Reißzähne frei. Er knurrte nicht. Wenn ein Hund wirklich beißen will, dann knurrt oder droht er nicht, er tut es einfach. Und Teek wollte. Aber er wusste, dass das nicht so einfach war, und sein Gehirn arbeitete auf Hochtouren, versuchte, einen Plan zu entwickeln...schon stiegen Menschen aus dem Wagen aus, Menschen in grauen Uniformen, Lederhandschuhen und jeder Menge Zeug wie Netzen, Schlingenstäben und – Teek hätte fast verächtlich aufgelacht – Keschern. Wollen die Fische fangen? Da sind sie hier aber falsch, der See liegt woanders.

Teek hatte nicht viel Zeit für einen Plan. Schon kam der erste Tierfänger, ein massiger, breitschultriger Mann, auf die drei Tiere zu. Er hielt ausgerechnet einen Kescher in der Hand und vermutlich trug das dazu bei, dass Teek den Mann sofort als „ungefährlich“ wahrnahm. Mit dem wurde er locker fertig. Und Nightmare sicher auch. Die Schäferhündin dagegen musste erst einmal aufwachen....
Plötzlich schnellte der Arm des Mannes vor und er versuchte, Nightmare den Kescher über den Kopf zu stülpen. Teek schoss los wie ein von der Sehne abgeschossener Pfeil, aber die Schäferhündin, die offenbar wieder zu sich gefunden hatte, war schneller. Sie warf sich auf Nightmare, riss sie um und brachte sie somit außer Reichweite des Tierfängers. Teek knurrte überrascht auf, als die beiden ineinander verschlungenen Hündinnen gegen ihn prallten – das war sicher ein Versehen, denn der Schäferhundrüde glaubte nicht, dass die Schäferhündin ihn jemals freiwillig retten würde – und zu dritt rollten sie über die Gleise, auf die andere Seite, in Richtung Sicherheit.

In einer einzelnen fließenden Bewegung machte Teek eine weitere Rolle und sprang dann auf die Pfoten. Der Tierfänger lief erneut auf sie zu, er rannte fast. Die Lefzen des Rüden kräuselten sich zu einem kurzen, herablassenden Grinsen. Na, an seiner Technik muss der aber noch feilen... Das dachte der Tierfänger vermutlich auch gerade, denn er ging in die Knie und streckte vorsichtig den Arm aus. Auf seinem Gesicht lag ein Ausdruck, der wohl ein freundliches Lächeln darstellen sollte. Für Teek sah es eher aus, als hätte der Mann Zahnschmerzen.
„Ruhig“, murmelte der Mann. „Gaaanz ruuuhig....tu euch ja nichts....brave Hunde, haltet jetzt gaanz still....“ Und seine Hand wanderte in Richtung von Teek, der ihm am Nächsten stand. „Feines Hündchen, du. Halt still. Es gibt auch Leckerchen....“ Teek unterdrückte ein Knurren und überschlug schnell die Möglichkeiten in seinem Kopf. Er wählte „Überraschungsangriff“ und schluckte mühsam die nächste Woge des Knurrens hinunter, die ihn erfasste. Sein Nackenfell war aufgestellt und ließ sich nicht glätten, aber er schaffte es, seinem Gesicht einen entspannten Ausdruck zu geben und seinen Schwanz zu senken, ja, die Spitze seiner Rute pendelte sogar freundlich hin und her. Du wirst gleich sehen, was das feine Hündchen macht.
Der Mann schien ungeheuer erleichtert, dass seine List funktionierte, als Teek sich ihm mit langsamen, vorsichtigen Schritten näherte und an seiner Hand schnüffelte. „Gut so, fein so. Kluger Hund. Weiter so...brav!“ Teek schob sich noch ein winziges Stückchen näher und beschnüffelte mit ungeheurer Selbstbeherrschung kurz die Hand, die der Tierfänger ihm hinhielt....nur seine Vernunft hielt ihn davon ab, zuzubeißen...und dann schnellte der Arm des Mannes plötzlich vor in Richtung Teeks Nackenfell, aber Teek war schneller gewesen. Er warf sich mit gesenktem Kopf nach vorne wie ein angreifender Eber und hatte nur noch die Zeit, sich leicht zur Seite zu drehen, ehe er mit voller Wucht gegen die Knie des Tierfängers prallte. Dieser ging aufschreiend zu Boden und Teek hatte so viel Schwung, dass er über sein Opfer hinwegschlitterte. Eine Hand packte sein Hinterbein, aber der Griff war schwach und Teek riss sich los. Er wirbelte zu Nightmare und der Schäferhündin herum, wollte ihnen sagen, dass sie fliehen mussten, aber stattdessen sah er sich zwei Tierfängern gegenüber, die ihrem Kameraden auf die Beine halfen. Sie mussten sich angeschlichen haben, während er den Mann umriss, und jetzt trennten sie ihn von seinen Gefährten....Teek wusste weder vor noch zurück.

[ im Schuppen versteckt | merkt, dass Nahia, Nightmare und Jenna ihm nicht gefolgt sind | geht zurück | beobachtet sie | rennt zu ihnen und fragt Nightmare etwas | wird von Jenna umgerissen | rammt einen Tierfänger und wirft ihn um | wird von seinen Gefährten getrennt ]
(Sorry – ich will mit diesem Post nicht angeben....wenn Teek zu sehr angibt, dann kann ich auch alles noch einmal editieren, aber irgendwie macht es mir Spaß, sowas zu schreiben^^)

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ALONE WITH MY HATE

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 Nightmare

A Shadow in the Night
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BeitragThema: Re: 1. Kapitel: Ruhe in Fetzen   Sa Okt 20, 2012 7:24 am

Alles ging so schnell. Zu schnell.
Ehe Nightmare sich richtig gefasst hatte, bemerkte sie, wie Jenna sie anstieß und Teek von hinten gekommen war. Im nächsten Moment befanden sie sich schon unterhalb der Schienen. Die Verwirrung in ihr war nicht gerade klein. Die schwarze Hündin brauchte eine Zeit, um sich zu sortieren. Mehr, als Teek, der anscheinend schon voll dabei war.
Bewundernd beobachtete die Hündin die Bewegungen des ehemaligen Polizeihundes und machte somit einen großen Fehler.
Im nächsten Moment spürte Nightmare schon einen Zug am Hals und warme, feuchte Hände im Nacken. Instinktiv warf sie den Kopf in den Nacken und schnappte in die Luft. Sie wollte herum schnelllen, ihren Gegner ins Gesicht sehen können. Doch dieser verwehrte ihr dies geschickt. Mit jeder Bewegung, die sie machte, zog sich das Band um ihren Hals enger. Und trotzdem wehrte Nightmare sich wie wild. Sie war kein Kämpfer wie Teek, ja, verlohr im Moment völlig die Kontrolle über sich selber. Ihr Körper reagierte wie der eines unwissenden Welpens, ohne Taktik, ohne Plan.
Nightmare vergaß alles um sich herum, sie vergaß Teek, und auch Jenna. Im Moment zählte nur eines: sich aus den Fängen ihres Käschers zu befreien!
Dennoch war ihr Angriff nicht vergebens. Der Tierfänger hatte alle Hände voll zu tun, langsam lockerte sich die tötliche Schlaufe. Nightmare machte einen Satz nach vorne und das Seil rutschte aus der Hand ihres Feindes. Augenblicklich schnelle sie herum. Ihre Augen sprühten vor Zorn, als sie sich in blinder Wut auf den zurück weichenden Mann stürtzte. Ein weiterer Fehler. Das Gewicht ihres Körpers warf den Jäger um. Der gestank von Angst kroch in Nightmares Nase, während sie ihre Krallen in die Schultern des Mannes bohrte und die Zähne fleschte. Ihr Maul schnappte nach seinem Gesicht, erfasste es aber nicht. Ein plötzlicher Stoß riss sie von ihren Pfoten. Hart kam sie auf den matschigen Grund auf und japste kurz nach Luft. Der Mann hatte sich inzwischen wieder aufgerappelt und war mit einen Satz neben ihr. Die schwarze Hündin drehte sich um, versuchte, auf die Beine zu kommen. Doch ihre Pfoten fanden keinen Halt. Erbamrungslos drückte ihr Peiniger ihren Kopf zu Boden in den Schlamm und lies sie nicht aufkommen. Nightmare hustete und wante sich wie wild. Doch die Hand, die sie hielt, war stärker...

[beobachtete Teek | kämpft mit einem Tierfänger]
(schrottig... tut mir Leid. Und Teek, ich find deinen Post cool und überhaupt nicht angeberisch mir macht so was ja auch Spaß, aber weil ich Mia gerne einbauen konnte und Nightmare nicht der richtige Chara für einen wilden Kampf ist, ging das grad schlecht)

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Ich habe so eine Sehnsucht zu sterben, denn es wäre kein Verderben. Kaum einer würd mich vermissen, ich fühle mich so innerlich zerrissen. Hass und Liebe sich umarmen, es hat keinerlei Erbarmen.
Ich hasse meine Suizidgedanken,
die ich habe Erlebten zu verdanken.
Ich will nicht mehr sein am Leben,
denn es ist nicht zum Erstreben.
Ich wünschte ich könnte ganz tief schneiden,
dann würd ich nicht mehr leiden.

Gedicht aus Stille Tränen


Zuletzt von Nightmare am Sa Okt 20, 2012 10:28 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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